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arg vernachlässigten Jugend. Ging das Lesen nicht, dann sagten sie den Kindern die Kernsprüche der Heiligen Schrift, auch die wichtigsten Lieder aus dem Gesangbuch, oder die Lehren aus dem kleinen Katechismus v. Martin Luthers immer wieder vor, bis solche heilsamen Stücke in Gedächtnis und Herz haften blieben als besondere Kraftgaben für das Leben. Bei solchen Gelegenheiten erfuhren die Kinder auch die biblischen Geschichten; und wie aller Vortrag deutsch war, so wurde auch gründliches deutsches Nachdenken und heilig-deutsches Leben dadurch geweckt.
XIII.
Mterkalter ckes veutlcktums linck gemeinnützige unck gesellige Vereine unck «lie ckeutscken Teilungen.
Es gab natürlich auch andere Faktoren zur Erhaltung deutscher Eigenart in den schnell entstehenden gemeinnützigen und geselligen Vereinigungen. Die sangesfrohen Schweizer gründeten den Gesangverein Helvetia und die deutschen Sänger den Sängerbund; als dritter Wettbewerber im Sängerkrieg trat dann auch noch der Verein Concordia auf den Plan. Regelmäßig, mindestens einmal wöchentlich, wurde geübt und der brüderlichen Gemeinschaft gepflogen. Ein Verein spornte den andern zu den besten Leistungen an. Zuweilen wirkten sie zu einem guten Zweck auch gemeinsam. Und solange noch kein Kirchenchor bestand, haben die Gesangvereine auch manchen Gottes-