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Dona Francisca : 70 Jahre deutscher Kulturarbeit in Brasilien im Staate Santa Catharina / von Fritz Bühler
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man den Landungssteg an. Damit war auch der Mittelpunkt für die zukünftige Stadt gegeben. Die ersten, am Stadtplatz ansässigen Kaufleute nannten den Ort wohl eine Zeitlang:Schrödersort". Als aber der Prinz von Joinville später einen sehr guten Verwalter seiner Ländereien aus Frankreich schickte, der als geborener Elsässer den Deutschen als Deutscher begegnete, den diese immer wieder zu ihrem Bürger­meister wählten, und der auf des Prinzen Rechnung den Kolonisten immer neue Verdienstmöglichkeiten schuf, da hatte niemand etwas dagegen einzuwenden, als der Vorschlag gemacht wurde, den Hauptort nach des Prinzen Namen:Joinville" zu nennen. Die deutsche Kolonie hatte dem Prinzen tatsächlich viel zu danken; auch ruhten in jenen Jahren die Gegensätze zwischen Deutschland und Frankreich vollständig; zu­dem waren die ausgewanderten Deutschen mit der Auswanderung auch aus ihrem Staatsverband ent­lassen. Das Deutsche Einheitsreich lebte noch nicht.

Die Bewohner von Joinville mußten es aber Jahrzehnte hindurch schmerzlich empfinden, daß man ihnen deswegen gram war. So hat der große An- dreesche Handatlas bis zum Jahre 1896Joinville" ganz verschwiegen und von da an es auch nur auf der Nebenkarte angegeben, während er das später gegründete, reichlich 100 Kilometer südlicher liegende Vlumenau" auch auf den Hauptkarten ebenso auf­führt wie unserAnnaburg". Auch das Deutsche Reich hat, obwohl es Joinville zum Konsulatssitz machte, diesen Namen nie offiziell aufgenommen; viel-