Ueirercklick
AVer die deutsche Kolonisation in den ehemaligen Uolenlandern.
Die Aufgabe, die deutsche Kolouisatiou im ehemaligen Poleu zu besprechen, fordert die Darstellung einer großen geschichtlichen Erscheinung, die sich in weiter lokaler Ausbreitung über mehrere Jahrhunderte erstreckt. Sie ist auch in vielen ihrer Einzelheiten oft behandelt und nicht unbekannt. Wenig beachtet und klar gestellt sind dagegen noch immer der allgemeine historische Zusammenhang, die hauptsächlich wirkenden Einflüsse, die Zeitfolge und geographische Verbindung der entscheidenden Vorgänge und die späte Ausbildung gleichartiger wirthschaftlich.er und politischer Zustände. Ich kann deshalb die kürze zu Gebot stehende Zeit nur dazu benutzen,, die Häüptphasen dieser für die Geschichte Deutschlands, und Preußens insbesondere, im hohen Grade wichtigen Vorgänge zu Mzziren.
Für diesen Ueberblick ist daran zu erinnern, daß die älteste Nachricht über die deutschen Völkerschaften, in der Germania des Tacitus, die östliche Grenze der Deutscher an der Weichsel und March ungefähr ebenso zieht, wie sie in der Gegenwart besteht. Als seit dem Ende des zweiten Jahrhunderts die Ostgermanen nach der Donau, nach Italien und Spanien zogen, und die nordsuevischen Westgermanen Süddeutschland und die Schweiz eroberten, blieb der Osten Deutschlands leer, bis Attila, dessen Heere zum großer: Theil aus Slawen bestanden, in die Weichsel- Elbe- und Donauländer einbrach und dort nach seinen Niederlagen eine selbständige slawische Bevölkerung zurückließ. Diese erschien 531 beim Untergänge des Thüringischen Reiches schon an der Saalegrenze und bald darauf auch an der Redanz in Bayern und in Jllyrien urrd Mösien. Bis auf Karl, den Großen gelang es den Slawen,