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Kolonial-Wirtschaftliches Komitee E.V.
Wirtschaftlicher Ausschuß der Deutschen Kolonialgesellschaft.
Begründet 1896.
Juristische Person.
Die Arbeit des
Geschäftsstelle:
Berlin, Unter den Linden 43.
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Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees
1896-1906
ER KOLONIALBESITZ hat dem deutschen Volke die Aufgabe gestellt: die heimische Volkswirtschaft durch die Kolonial Wirtschaft zu ergänzen. Zur Mitarbeit an dieser Aufgabe wurde auf Anregung von Karl Supf am 18. Juni 1896 das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee zu Berlin begründet mit dem Zweck, die wirtschaftliche Erschließung unserer Kolonien auf wissenschaftlicher Grundlage zu betreiben.
Im Laufe der Jahre ist eine Organisation geschaffen worden, die heute unsere deutschen Fürsten, wissenschaftliche Institute, Handelskammern,- Städte, Banken, koloniale, kommerzielle und industrielle Körperschaften und Firmen, Arbeitervereine und Missionen vereinigt und eine kaufmännisch geleitete Hauptstelle, eine wissenschaftlich-technische Stelle und Zweigstellen in den Kolonien umfaßt. Die Reichsregierung, die Wohlfahrtslotterie zu Zwecken der deutschen Schutzgebiete und die Deutsche Kolonialgesellschaft unter dem Präsidium Sr. Hoheit des Herzogs Johann Albrecht zu Mecklenburg, Regent von Braunschweig, die deutsche Industrie und die unmittelbaren Interessenten in den Kolonien unterstützten bestimmte Unternehmungen des Komitees. Zwischen dem Komitee und dem Reichs-Kolonialamt besteht eine dauernde Verbindung. Der Deutschen Kolonialgesellschaft ist das Komitee entgegengekommen, indem es im Jahre 1902 seinem Namen Kolonial-Wirtschaftliches Komitee den Zusatz: Wirtschaftlicher Ausschuß der Deutschen Kolonialgesellschaft hinzufügte, die rechtliche Selbständigkeit oder die Verfassung des Komitees ist dadurch in keiner Weise geändert. Größere industrielle Gruppen gewähren dem Komitee eine jährliche Beihilfe, welche einem bestimmten Prozentsatz der Jahresbeiträge zu ihren Berufsgenossenschaften entspricht. Für wirtschaftliche Vorarbeiten in den Kolonien und Studien in fremden Ländern hat das Komitee in den Jahren 1896 bis 1906 die Summe von 1500000 Mark aufgewendet.
Unter Verzicht auf Agitation und Polemik hat das Komitee durch seine wissenschaftlich-wirtschaftlichen Unternehmungen grundlegend für die deutsche Kolonialwirtschaft gewirkt. Bestimmte Unternehmungen haben auch die fremdländische Kolonialwirtschaft beeinflußt; so hat das Imperial Institute in London seinen Arbeitsbereich durch Studienreisen nach deutschem Beispiele erweitert, und in allen europäischen Kolonialstaaten sind Körperschaften ins Leben getreten, die nach deutschem Muster Baumwoll-. kulturversuche in Afrika betreiben.
Die wissenschaftliche Mitarbeit,
insbesondere der Reichsanstalten und der königlichen wissenschaftlichen Institute in Deutschland und in den Kolonien, ermöglichte eine gründliche Vorbereitung und Durchführung der Unternehmungen, z. B. durch Untersuchungen von Bodenproben, Beschaffung von Saatgut, Pflänzlingen und Zuchtvieh — durch wissenschaftlich-chemische Prüfung von Rohstoffen und Produkten — durch Maßnahmen zur Bekämpfung von Pflanzenschädlingen und Viehseuchen. Unter ihrer Mitwirkung wurden veröffentlicht: Das Organ des Komitees, die Zeitschrift „Der Tropenpflanzer" (10. Jahrgang), herausgegeben von Professor Dr. Warburg und Geh. Reg.-Rat Professor Dr. Wo hl t mann, mit wissenschaftlichen und praktischen Abhandlungen über die tropische und subtropische Landwirtschaft, die Werke „Westafrikanische Kautschuk-Expedition" — „Expedition nach Zentral- und Südamerika" — „Kunene-Zambesi-Expedition"
— „Samoa-Erkundung" — „Fischfluß-Expedition" — „Zur Trassierung der Togo-Innenlandbahn" — „Die wirtschaftliche Erkundung einer ostafrikanischen Südbahn" — „Eisenbahn-Erkundungen im mittleren und nördlichen Deutsch-Ostafrika" — „Berichte über die deutsch-kolonialen Baumwoll-Unternehmungen" — Weltproduktionskarten und der „Wirtschafts-Atlas der deutschen Kolonien".
Die Mitarbeit von Handel und Industrie
wurde gewonnen durch Anregung fabrikatorischer Versuche zur Einführung kolonialer Rohstoffe und Produkte in Handel und Industrie
— durch Einführung und Förderung des Kolonial-Maschinenbaues, insbesondere der Herstellung von tropenlandwirtschaftlichen Maschinen und Transportmitteln — durch Veranstaltung von 140 kolonial-wirtschaftlichen Ausstellungen: Import und Export der Kolonien — durch kolonial-wirtschaftliche Preisaufgaben — durch Auskunftserteilung und Stellennachweis in den Kolonien — durch Anregung zur Errichtung kolonial-wirtschaftlicher Fachausschüsse bei 40 Handels- und Gewerbekammern — durch Anregung des Deutschen Kolonial-Kongresses — durch Herausgabe des Kolonial-Handels-Adreßbuches (10. Jahrgang) und namentlich durch die unmittelbare Beteiligung der Industrie an den Vorarbeiten, welche die Beschaffung von Rohstoffen aus den deutschen Kolonien bezwecken.
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