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Wirtschaftliche Lage.
Im Jahre 1889/90 wurden die Einnahmen dieser Kolonie auf 3 909 000 Pesos veranschlagt, denen etwas höhere Ausgaben gegenüberstanden. Die Zölle waren auch hier ähnlich wie in Kuba in fast unerschwingliche Höhe geschraubt, um die Mittel für die großen Aufwendungen für militärische Zwecke zu gewinnen. Nicht weniger als 1 213 000 Pesos wurden dafür alljährlich ausgegeben. Wie sehr sich diese Insel trotz aller Fehlgriffe der Regierung entwickelt hat, beweist der Umstand, daß sie 1893 schon beinahe 1 Million Einwohner zählte, während das zehnmal so große Kuba nur 1V-- Millionen besitzt. In neuerer Zeit hat, seit die Rohrzuckerindustrie nicht mehr lohnt, Puertorico sich mehr dem Kaffeebau zugewandt. Es pro- duzirt jetzt etwa für 48 Millionen Mark Kaffee und nur für 20 Millionen Zucker. Da diese Kolonie weit mehr nach Europa als nach den Bereinigten Staaten exportirt, fühlt sie sich durch den spanisch-amerikanischen Vertrag sehr geschädigt und hat bereits wiederholt lebhaft dagegen protestirt. Bisher freilich ohne Erfolg. Der gesammte Handel der Insel hat 1892 einen Werth von 132 Millonen Mark gehabt, während er 1891 nur 104 Millionen Mark erreichte. Der Schiffsverkehr der Insel betrug 1892: 1081 Schiffe, gegenüber 1311 im Vorjahre. Der Export von Kaffee aus Puertorico erreichte 1894 einen Werth von 42 Millionen Mark, der des Zuckers von 12, des Tabaks von 2*/? Millionen Mark. Daneben existirt eine sehr große blühende Viehzucht. Die Insel ist wie Kuba zur spanischen Provinz erklärt worden, und zwar im Jahre 1870. Sie zerfällt in sieben Bezirke. Die Hauptstadt Sau Juan Batista hatte Ende der achtziger Jahre etwa 24 000 Einwohner.
Viertes Kapitel.
Seit 1778 besitzt Spanien auch in Westafrika einige Niederlassungen. Es erwarb nämlich damals durch einen Vertrag vom 24. März von Portugal die Inseln Fernando Po und Annobon sowie das Recht des Handels mit der gegenüberliegenden Küste. Ernstliche Schritte zur Kolonisation dieser Gebiete hat Spanien