Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1896) Die Kolonialpolitik Portugals und Spaniens : in ihrer Entwickelung von den Anfängen bis zur Gegenwart : mit einer Karte in Steindruck: Übersicht des portugiesischen und spanischen Kolonialbesitzes gegen Mitte des 16. Jahrhunderts / dargest. v. Alfred Zimmermann
Entstehung
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477
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Siebenter Kheil.

Die spanischen Kolonien im 19. Iatkchunderl.

01

Erstes Kapitel.

<Eie spanische Herrschaft im Stillen Ocean wurde im 19. Jahr­hundert nicht weiter gefährdet, und unbeeinflußt von außen konnte sie das Kolvnisationswerk hier fortsetzen. Die einzigen bedeutsameren Ereignisse in den Philippinen waren 1823 ein Aufstand eingeborener Truppen unter einem kreolischen Offizier und 1827 eine bedeutende Erhebung der Insulaner in Cebu. Beide Male gelang es den Spaniern, bald der Bewegung Herr zu werden. 1809 beliefen sich die Einnahmen der Philippinen auf 1 813 000, die Ausgaben auf 1 367 000 Pesos; 1825 die Einnahmen auf etwa 7^/s Millionen, die Ausgaben auf 6'/- Millionen Francs; die Krone zog also schon damals ansehnlichen Nutzen aus der Kolonie. Von da an ent­wickelte sie sich aber so erheblich, daß die Einnahmen 1843 schon die Höhe von 28 Millionen erreichten und etwa 5 Millionen nach Madrid alljährlich geschickt werden konnten. Die Kopfsteuer allein warf 5 Millionen, das Tabaksmonopol 8, die Zölle 2 Millionen ab!

Die ganze Kolonie bestand 1843 aus 12 großen und gegen 60 kleineren Inseln und war in 34 Provinzen getheilt. Die größte Insel, Luzon, enthält 147 170 ykw, Mindanao, die zweite, gegen 65 000 >gkm. Die Bevölkerung der ersteren betrug 2 330 000 Köpfe, die der anderen Inseln stand nicht fest. Die Zahl der bekehrten Einwohner auf ihnen wurde auf etwa 1300 000 geschätzt. Die Hauptstadt Manila auf Luzon zählte 140 000 Bewohner. Die ein­zigen anderen nennenswerthcn Städte waren Cavite, Santa Cruz, Subi. Die europäische Bevölkerung überstieg nicht 5000; die der Chinesen betrug dagegen 10 000, die der europäischen Mestizen