Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1896) Die Kolonialpolitik Portugals und Spaniens : in ihrer Entwickelung von den Anfängen bis zur Gegenwart : mit einer Karte in Steindruck: Übersicht des portugiesischen und spanischen Kolonialbesitzes gegen Mitte des 16. Jahrhunderts / dargest. v. Alfred Zimmermann
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Puertorico.

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gebracht werden können. Sollten sich die Vereinigten Staaten unter dem Druck der dortigen öffentlichen Meinung entschließen, die In­surgenten als kriegführende Macht anzuerkennen, so dürfte der Sieg der Spanier sehr zweifelhaft werden. Siegen sie doch, so werden sie einen Bruch mit ihrer bisherigen, in Bezug auf Kuba verfolgten Politik schwerlich vermeiden können.

Die Bevölkerung der 118 833 «giern großen Insel belicf sich 1887 nach der letzten Zahlung auf 1 631 000 Personen.

Drittes Kapitel.

Puertorico, die letzte der neben Kuba Spanien verbliebenen westindischen Inseln, ist erst im 19. Jahrhundert ernstlich bewirtb- schaftet worden. 1813 zählte die 9314 «gicw große Insel 200 000 Einwohner. Ihr gestimmter Handel hatte einen Werth von 45 Millionen Francs, und ihre Einnahmen von 8 Millionen Francs überstiegen die Ausgaben. Die spanische Regierung kümmerte sich verhältnißmäßig wenig um sie, und die verschiedenen Plantagen Puertoricos befanden sich dabei wohl. Von Jahr zu Jahr stieg der Export von Kaffee, Zucker und Tabak. 1868 war die Be­völkerung schon auf 646 000 Seelen angewachsen, von denen 386 000 Weiße, 215 000 Mulatten und 44 000 Neger waren. Dabei fehlten der Insel damals noch alle verbesserten Verkehrswege, selbst Brücken und Straßen, und die Zuckerindustrie wurde noch in der aller- ursprünglichsten Weise betrieben. Aber die Fruchtbarkeit des Bodens, der keinerlei Düngung brauchte, war so groß, daß er 20pCt. mehr als wohlbestelltes Land in den kleinen Antillen abwarf. Es wurden jährlich gegen 100 Millionen Kilogramm Zucker, 10 Millionen Kilogramm Kaffee, 3 Millionen Kilogramm Tabak, dazu Baum­wolle, Leder, Vieh, zusammen etwa im Werthe von 30 Millionen Francs ausgeführt. Die Einfuhr betrug damals schon 42 Millionen Francs. Aber es machte sich die Mißwirthschaft Spaniens doch auch hier schon so fühlbar, daß trotz des materiellen Wohlergehens in der Bevölkerung starke Hinneigung zu den Vereinigten Staaten herrschte und die Regierung verschiedene unbotmäßige Elemente in die Verbannung zu schicken für angezeigt erachtete.