Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1896) Die Kolonialpolitik Portugals und Spaniens : in ihrer Entwickelung von den Anfängen bis zur Gegenwart : mit einer Karte in Steindruck: Übersicht des portugiesischen und spanischen Kolonialbesitzes gegen Mitte des 16. Jahrhunderts / dargest. v. Alfred Zimmermann
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Unterstützung der Kolonien durch England.

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fremden. Sie hatten am 2. August 1823 vorgeschlagen, die ab­gefallenen Kolonien zur Sendung von Delegirten an einen neutralen Ort in Europa aufzufordern und mit ihnen im Nothfall selbst unter Anerkennung der Selbständigkeit Frieden zu schließen. Der Antrag war allerdings ohne lange Debatte abgelehnt worden, aber daß er überhaupt von der betreffenden Kommission gestellt wurde, ließ die Hoffnung auf eine spätere friedliche Verständigung zu. Ferdinand VII. trieb durch seine kurzsichtige und hartnäckige Zurückweisung aller von Amerika erhobenen Ansprüche die Argentinier wie die anderen Patrioten zur selbständigen Sicherung ihrer Freiheit und zur Vernichtung der letzten Reste der spanischen Herrschaft.

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Sechstes Kapitel.

Trotz der Tapferkeit und Entschlossenheit, welche die spanischen Amerikaner in ihrem Freiheitskriege bewiesen haben, ist es übrigens doch recht fraglich, ob sie so rasch zum Siege gekommen wären, wenn sie nicht mittelbare und unmittelbare Unterstützung bei fremden Staaten gefunden hätten. Es ist erwähnt worden, wie schon beim ersten Anfang der Bewegung England und die Vereinigten Staaten im Interesse ihres Handels und aus politischen Gründen für die spanischen Kolonien Sympathien gezeigt haben. Die Vereinigten Staaten erhielten und bewiesen solche während der ganzen Zeit der Bewegung, doch waren sie damals nicht reich und mächtig genug, um den Patrioten entscheidende Unterstützung zu gewähren. Sie drängten vielmehr England, das zu thun. Das Londoner Kabinet zögerte indessen, da es mit Spanien durch den gemeinsamen Kampf gegen Napoleon in enge Verbindung gekommen war und aus ihm große Vortheile zog, offen für die spanischen Kolonien einzutreten. Es duldete, daß seine Kaufleute und Schiffer lebhaften Verkehr mit den Aufständischen anknüpften, daß die Börse ihnen Geld lieh und Tausende von Engländern als Soldaten in den Dienst der Patrioten traten, aber es mischte sich in den Kampf nicht weiter ein, Castlereagh verbot sogar eine Zeit lang die Anwerbung englischer Söldner für Südamerika.

Anfang der zwanziger Jahre, als Spanien zu Frankreich zu neigen begann, änderte sich das. Die Handelsflagge der verschiedenen