Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1896) Die Kolonialpolitik Portugals und Spaniens : in ihrer Entwickelung von den Anfängen bis zur Gegenwart : mit einer Karte in Steindruck: Übersicht des portugiesischen und spanischen Kolonialbesitzes gegen Mitte des 16. Jahrhunderts / dargest. v. Alfred Zimmermann
Entstehung
Seite
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Jer Ausgang der spanischen Kotoniatpotilik auf dem Aesttand Südamerikas.

spanischen Kolonialpolitik läßt sich, solange noch der größte Theil der i die Berwaltung betreffenden Dokumente ungedruckt in den Archiven I ruht, nicht fällen. Die neueren nicht-spanischcn Kritiker dieser Politik ! haben sie meist ziemlich hart verurtheilt, indem sie auf die geringe ^ Entwickelung der spanischen Besitzungen vor der Emanzipation und die verderblichen Folgen, welche für das Mutterland aus seinem ' Kolonialbesitz sich ergeben haben, hinweisen. Indessen dürften diese Stimmen doch vielleicht einen nicht ganz gerechten Maßstab an l

Spaniens kolonialpolitische Maßnahmen legen. Vergegenwärtigt man ^

sich ihren Verlauf, so wird man nämlich nicht umhin können, ein­zuräumen, daß die spanische Kolonialpolitik den Bedürfnissen Spaniens lange Zeit hindurch entsprochen hat. Spanien besaß im 16., 17. und 18. Jahrhundert weder eine Überproduktion an Menschen, noch an Waaren. Es brauchte keine Auswanderungsgebiete und keine Absatz­märkte, durch Zufall waren ihm die Kolonien in den Schoß gefallen. Das Ansehen, welches ihm durch ihren Besitz plötzlich zu Theil wurde, nachdem es jahrhundertelang in der Geschichte nicht mitgezählt > hatte, trug wesentlich zur Erhebung seines Monarchen auf den i deutschen Kaiserthron bei. Dadurch wurde es in alle Welthändel t verwickelt und in die Nothwendigkeit versetzt, ungeheure Summen I aufzuwenden. Hierfür erwiesen sich die amerikanischen Besitzungen ! als ergiebige Quelle und unter diesem Gesichtspunkt hat die spanische ! Monarchie sie hauptsächlich behandelt. Alle Maßnahmen zielten '

Erstes Kapitel