Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1896) Die Kolonialpolitik Portugals und Spaniens : in ihrer Entwickelung von den Anfängen bis zur Gegenwart : mit einer Karte in Steindruck: Übersicht des portugiesischen und spanischen Kolonialbesitzes gegen Mitte des 16. Jahrhunderts / dargest. v. Alfred Zimmermann
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Englische Angriffe.

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thaten dafür ihrem Handel schweren Schaden. Um das einigermaßen wieder gut zu machen, wurden Ende 1797 allen befreundeten Staaten die Häfen Kubas geöffnet. Das erregte aber solchen Zorn in Mexiko, daß im April 1799 die Erlaubniß wieder aufgehoben wurde. That das schon an sich bei der Fortdauer des Krieges den Kubanern vielen Schaden, so wuchs ihre Mißstimmung noch durch die fort­währende Ertheilung von ungemessenen Einfuhrlicenzen an verschiedene Günstlinge des spanischen Hofes, wodurch die gesammte Geschäfts­welt schwer benachtheiligt wurde. Trotz alledem stieg der Wohlstand der Insel unausgesetzt. 1799 brachte der an die Geistlichkeit zu zahlende Zehnte im Bisthum Havanna allein schon 400 000 Pesos, im Bisthum Santiago etwa 200 000.

England begnügte sich übrigens nicht mit den erwähnten Feind­seligkeiten, sondern es versuchte durch seine Diplomatie auch die Ber­einigten Staaten zum Kampfe gegen Spanien zu bewegen, bedrohte Louisiana und schürte nach Kräften die in den spanischen Kolonien bestehende Unzufriedenheit. Zum Glück für Spanien entschlossen sich die Vereinigten Staaten damals nicht zum Kriege. Und um sie nicht durch Belästigungen ihres Handels zu reizen, führte die spanische Regierung 1800 in Kuba wieder freie Zulassung ihrer Schiffe und Waaren ein. Dem Handel der Insel kam das ebenso wie den spanischen Kassen zu statten. Nachdem noch verschiedene Landungs­versuche der Engländer in Kuba glücklich abgeschlagen waren, gelangte Ende 1801 die Nachricht vom Friedensschlüsse zu Amiens hierher. Die kubanische Geschäftswelt wurde aber seiner nicht froh, denn das­selbe Schiff, welches die Nachricht brachte, übergab dem Generalkapitän auch die Weisung, die Häfen aufs Neue fremden Schiffen zu sperren. Die Insel wäre damit geradezu ruinirt worden, da damals ihr ganzer Wohlstand auf den Beziehungen zu den Vereinigten Staaten beruhte. Die Behörden halfen sich daher durch eine Handhabung der Gesetze, die den Handel mit Amerika ungestört ließ.

Siebentes Kapitel.

Portobello, der wichtigste Hafen Neu-Granadas zu jener Zeit, wurde zu Anfang des 17. Jahrhunderts befestigt. Man begann damals auch mit Errichtung einiger Schulen und dem Studium der