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Künfter Weil.
Die Entwickelung der spanischen Kolonien von 1600 öis 1800 .
ie spanische Kolvnialpolitik nimmt nach Beendigung der großen Zeit der Eroberungen von Jahr zu Jahr einen einförmigeren ' Charakter an. Die Berwaltung der einzelnen Kolonien verknöchert immer mehr, die Mißbrauche nehmen ohne Unterlaß zu, und Spanien erweist sich als nicht fähig, die reichen Gebiete seines überseeischen Besitzes zu einer ihren natürlichen Anlagen entsprechenden Entwickelung zu bringen.
In Mexiko verliefen die ersten Jahre des 17. Jahrhunderts ohne besondere Ereignisse. Die Krone nahm wiederholte Anläufe, ' der Unredlichkeit und Willkür der Beamten zu steuern, sandte Revi- ^ soren, welche jede auch namenlose Anzeige entgegennahmen, und unterwarf die Amtsführung der Vizekönige scharfer Prüfung. Es wurde aber damit nicht viel erreicht. Nicht erfolgreicher waren die im Jahre 1607 begonnenen Arbeiten zur Entwässerung des Thals der Stadt Mexiko, welche wiederholt unter Wassersnoth gelitten hatte. Die Anlagen verschlangen enorme Summen, die durch besondere Steuern gedeckt werden mußten, und erwiesen sich schließlich als unzureichend. Die Hauptsorge der Verwaltung bildeten Aufstände entflohener Negersklaven, welche Mord und Raub im Lande verübten, sowie häufige Unruhen der Indianer. Umsonst wurden wiederholte verschiedenartige Versuche gemacht, die Lage der Letzteren zu bessern und sie dadurch zu beruhigen. So wurde 1602 das System der Repartimientos von indianischen Arbeitern überhaupt aufgehoben und
Erstes Kapitel
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