Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1896) Die Kolonialpolitik Portugals und Spaniens : in ihrer Entwickelung von den Anfängen bis zur Gegenwart : mit einer Karte in Steindruck: Übersicht des portugiesischen und spanischen Kolonialbesitzes gegen Mitte des 16. Jahrhunderts / dargest. v. Alfred Zimmermann
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Schmuggel. Verwaltung.

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knüpfte Spanien neue Verhandlungen wegen der Rückgabe Sacra- mentos an. Diesmal mit Erfolg. Gleichzeitig wurde ein enges Bündniß zwischen beiden Staaten gegen England geschlossen.

Schon hiermit war dem englischen Schmuggel nach Südamerika . «in ernstes Hinderniß in den Weg gelegt. Ebenso wichtig waren die 1774 und 1778 erlassenen Gesetze, welche das Monopol von Cadiz und Sevilla beseitigten und dem Handelsverkehr zwischen Spanien und seinen Kolonien weit größere Freiheit als bisher ge­währten. Buenos Ayres nahm von da an einen ungeahnten Auf­schwung. Statt 150 000 wurden jährlich 700 000 bis 800 000 Häute zum wenigsten nach Spanien verschifft. Statt 2 oder 3 segelten 70 bis 80 Schiffe jährlich vom La Plata nach dem Mutter­lande. Die Bevölkerung der Provinz Buenos Avres hob sich von 38 000 Köpfen im Jahre 1778 auf 72000 am Ende des Jahr­hunderts. Das früher unbeachtete Patagonien wurde besucht und mit einzelnen Ansiedelungen besetzt. Die Verwaltung Argentiniens erfuhr 1782 eine Reform. Es wurden wie in den anderen Kolonien acht Jntendenten in den einzelnen Provinzen eingesetzt, denen be­rathende Körperschaften in den Städten zur Seite standen. Die inneren Verwaltungs- und Finanzangelegenheiten kamen unter einen eigenen Superintendenten de Hacienda. Bis zum Schluß des Jahr­hunderts erfuhr diese Einrichtung aber noch mannigfache Aenderungen.

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Viertes Kapitel.

Die Austreibung der Jesuiten hat auch auf die Geschicke der , La Plataländer einen bedeutenden Einfluß geübt. Nirgends aber haben sich die Folgen dieses Ereignisses so sehr fühlbar gemacht wie in Paraguay. Nirgends allerdings hatten die Jesuiten auch der­artig bestimmend auf das Schicksal eines Landes gewirkt. Den Anlaß , zu ihrem Wirken in Paraguay gaben wiederholte blutige Zusammen­stöße mit den Indianern an den Flüssen Parana und Uruguay, welche Hernando de Saavedra, der zu Anfang des 17. Jahrhunderts dort > Spanien repräsentirte, zu bestehen hatte. Er kam dabei zu der Ueber-

1 zeugung, daß, wollte man diese Stämme nicht ausrotten, es nur

k übrig bleibe, sie durch Mission zu civilisiren, und legte diese Ansicht