Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1896) Die Kolonialpolitik Portugals und Spaniens : in ihrer Entwickelung von den Anfängen bis zur Gegenwart : mit einer Karte in Steindruck: Übersicht des portugiesischen und spanischen Kolonialbesitzes gegen Mitte des 16. Jahrhunderts / dargest. v. Alfred Zimmermann
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Philippinen.

einfuhr, und wohlhabende Leute, welche die nöthigen Maschinen an­schaffen konnten, waren auch selten. Erst von 1598 an geschahen energische Schritte zur Förderung der Zuckerindustrie. Die Regierung drückte die Augen zu, wenn Negersklaven durch Engländer, Franzosen und Holländer unerlaubterweise eingeführt wurden, da die zu diesem Handel konzessionirten spanischen Häuser zu theuer und langsam lieferten. Barbarische Strafandrohungen und Strcifpatrouillen hin­derten zugleich das Entlaufen der Schwarzen. 1599 wurde auch mit der Ausbeutung der Kupferminen von Santjago Ernst gemacht und aus dem gewonnenen Metall an Ort und Stelle Geschütze gegossen.

Sechstes Kapitel.

In den Philippinen wurde die spanische Herrschaft wenige Jahre nach ihrer Errichtung durch die Chinesen bedroht. Ein Pirat Li-ma-hong erschien im November 1574 mit 62 Dschonken im Hafen von Manila und forderte die Spanier auf, sich zu ergeben. Aber die Letzteren setzten sich zur Wehr und schlugen den Angriff einer von Li-ma-hong gesandten Borhut ab. Am 3. Dezember erneuerte er den Angriff mit großem Nachdruck. Es gelang seinen Leuten, ins spanische Fort zu dringen und die Stadt anzuzünden. Doch die Tapferkeit der von Juan Salcedo geführten Spanier errang schließlich den Sieg. Die Chinesen wurden mit großen Verlusten zurück­geschlagen und zur Abfahrt gezwungen.

Li-ma-hong setzte sich an einem anderen Punkte der Insel fest, von wo ihn die Spanier nach einiger Zeit gleichfalls vertrieben. Ein Aufstand der Eingeborenen, welcher dieser Episode folgte, wurde rasch niedergeschlagen und die Unterwerfung der Inseln darauf fort­gesetzt. Kaum war der äußere Friede hergestellt, so entstanden im Innern der Kolonie Zerwürfnisse. Der Gouverneur und die Audiencia stritten über ihre Befugnisse untereinander und mit der Geistlichkeit, welche immer mehr Vorrechte beanspruchte. Dieneuen Gesetze" betreffend den Schutz der Eingeborenen, welche auch hier eingeführt worden waren, paßten nicht genügend auf die Verhältnisse der Phi­lippinen und auch sonst war eine Umgestaltung der Verwaltung nothwendig. Der Bischof von Manila sandte schließlich einen Priester Fray Sauchez mit einer Zusammenstellung aller in den Inseln von