Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1896) Die Kolonialpolitik Portugals und Spaniens : in ihrer Entwickelung von den Anfängen bis zur Gegenwart : mit einer Karte in Steindruck: Übersicht des portugiesischen und spanischen Kolonialbesitzes gegen Mitte des 16. Jahrhunderts / dargest. v. Alfred Zimmermann
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Cuba.

das Gesetz nach der Veröffentlichung sogleich suspendirte und Vor-'' stellungen dagegen nach Spanien schickte. Und ähnlich machte es ^ Armendariz, welcher wegen verschiedener Ausschweifungen bald darauf^! abgesetzt wurde. Sein Nachfolger nahm einen noch schlimmeren Ausgang; er wurde wegen Empörungsgelüste und Grausamkeiten M mit dem Tode bestraft. Marschall von Neu-Granada wurde 1551 V Jimenez de Quesada, der Gründer Bogotas, welcher nachher die» Statthalterwürde erhielt. Er verwaltete das Land lange Zeit. Erst N 1572 starb er fern von den Geschäften am Aussatz mit Hinterlassung A riesiger Schulden. Die vielen Schätze, die in seine Hände gefallen » sind, haben ihm keinen Segen gebracht. i

Auf Drängen der Kolonisten, welche unter der Mißwirthschaft R der allgewaltigen Statthalter litten, wurde 1550 in Santa F6 » de Bogota eine königliche Audiencia errichtet. 1564 wurde das Land R zu einer Präsidentschaft erklärt. Die Präsidenten wechselten häufig. « Sie wurden wegen verschiedener Mißbräuche abgesetzt oder starben. U Ende der achtziger Jahre plünderte Drake die Städte Riohacha, »! Santa Marta und Cartagena. Nach ihm erschien der Pirat Baal M und später nochmals Drake, welcher an der Landenge von Panama » nach einer dort erlittenen Niederlage starb. Cartagena war 1574 befestigt worden, wurde aber dennoch mehrfach heimgesucht.

Fünftes Kapitel.

Die Insel Cuba wurde von 1537 an oft durch französische Kor- saren belästigt, welche ihre Häfen plünderten und ihre Schiffe wegnahmen. Diese Ueberfälle und die Erfolge der Ansiedelungen in Mexiko, Peru u. s. w. bewogen viele Kolonisten, von Cuba fortzuziehen, so daß es gegen 1540 in seinen sieben Ansiedelungen nur etwa 1000 Weiße zählte. Die Zahl der Indianer, welche 30 Jahre früher über 200 000 betragen hatte, war sehr zusammengeschmolzen. In den Repartimientos lebten kaum noch 2000 Eingeborene neben 600 Negern.

Die Verkündigung der Jndianerschutzgesetze von 1543 erregte hier wie in den übrigen Kolonien großen Mißmuth. Der Gouver­neur erklärte der spanischen Krone in einem Bericht vom Februar 1544, daß die einzige Industrie der Insel, die Gewinnung von Rohrzucker, ohne die Zwangsarbeit der Indianer nicht fortgesetzt