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Die La Plata - Länder.
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Viertes Kapitel.
In den La Plata-Ländern herrschte nach Jralas Tod 1557 AM zunächst eine Zeit lang vollständige Verwirrung. Die Kolonisten erwählten schließlich seinen Schwiegersohn zum Statthalter. Die > ri Regierung in Peru, welcher diese Kolonie wie alle südamerikanisch- spanischen Staaten unterstand, bestätigte ihn aber nicht. Es folgten neue -41 Unruhen. 1573 traf aus Spanien JuandeGaray ein, welcher die Zügel der Regierung in die Hand nahm. Er gründete zunächst die Stadt Santa Fck und baute 1580 das bereits zweimal verlassene ^8 Buenos Ayres von Neuem auf, obwohl der Ort nach allen Erfah- »E rungen wegen seiner schlechten Hafenverhältnisse wenig günstig für .«ck eine Niederlassung war. Es bedurfte vorher einer gründlichen Niederem wersung der dortigen Indianer. Sie gelang aber vollständig, und H die Stadt nahm, nachdem die ganze Nachbarschaft in Repartimientos -oj getheilt war, einen raschen Aufschwung.
, 1583 ging die erste Ladung Zucker und Häute von hier nach
.» Spanien ab. Verschiedene Expeditionen erforschten das Innere nach allen Richtungen und legten mehrere Ansiedelungen an. Doch der -tö Einfluß der Spanier war hier noch immer ziemlich schwach. Garay ls selbst wurde auf einer Reise nach Santa Fck von Indianern ermordet. 2 Die nächsten Jahrzehnte verliefen ziemlich ereignißlos. Die spanischen i, P Ansiedelungen wurden immer weiter vorgeschoben. Die westlichen ! Theile des Landes wurden von Chile aus kolonisirt. Paraguay, c> damals noch unbedeutend und ein Theil der La Plata-Kolonie, wurde M 1596 der Stadt Tucuman unterstellt Wenige Jahre später begann N es aber, wie später zu schildern sein wird, unter dem Einfluß jesuitischer .E Missionare einen solchen Aufschwung zu nehmen, daß es eine selb- 1 ständige Kolonie wurde.
In Venezuela wurde während der Statthalterschaft Tolosas m nach der Vernichtung der Welserschen Unternehmung die Erforschung P des Landes in gleicher Weise fortgesetzt. Au verschiedenen Orten l T entstanden kleine Ansiedelungen. Da aber reiche edle Metalladern D nicht gefunden wurden, blieb die weiße Bevölkerung hier gering. Die Z Vertheilung von Encomiendas erschien den Spaniern nicht lockend » genug. Ihr Sinn stand nur nach dem hinter den Gebirgen Vene- H zuelas vermutheten Goldlande. Es kam dazu, daß häufige Ueber- H fälle von Seeräubern, die auf den kleinen Antillen hausten, die Küsten-