Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1896) Die Kolonialpolitik Portugals und Spaniens : in ihrer Entwickelung von den Anfängen bis zur Gegenwart : mit einer Karte in Steindruck: Übersicht des portugiesischen und spanischen Kolonialbesitzes gegen Mitte des 16. Jahrhunderts / dargest. v. Alfred Zimmermann
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Kämpfe mit Araukarie rn.

Arme. Doch regte sich in Peru ebenso wenig wie anderwärts Wider­stand gegen sie. Die Zahl der Orden und Klöster hat auch in Peru rasch einen großen Umfang erreicht. Die zuletzt kommenden Jesuiten erwarben, wie überall, schnell den größten Anhang. In Lima allein gab es Ende des 16. Jahrhunderts 6 Männerklöster mit 500 Mönchen und 3 Nonnenklöster mit 370 Insassinnen.

Drittes Kapitel.

In Chile stand 1550 im Vordergründe der Sorgen des Statt­halters Valdivia der Kampf mit den Araukariern, welche die An­siedelungen der Spanier an der Grenze ihres Gebiets nicht dulden wollten. Ein erster Angriff des kriegerischen Volkes wurde von Valdivia nach mehrstündigem erbitterten Kampfe abgeschlagen. 1551 erschien ein neues araukarisches Heer, welches einen Sturm auf die Wälle von Conception aber nicht wagte und zur großen Freude der Spanier eilig den Rückzug antrat. Der Statthalter glaubte sich dieser Gefahr nunmehr entledigt und schritt zur Regelung der Ver­waltung Süd-Chiles. Im Jahre 1552 gründete er eine neue Nieder­lassung im Gebiete der Araukarier selbst und begann dort Land und Eingeborene in derselben Weise wie anderwärts an die Spanier zu vergeben. Ein Offizier erhielt 30 000, andere 8000 bis 12 000 In­dianer überwiesen. Er drang immer weiter vor und legte ganz im Süden noch die Stadt Valdivia an. Im Ganzen gründete Valdivia in Chile und dem araukarischen Gebiete sieben Städte. Nachdem er 1553 nach Santjago zurückgekehrt war, sandte er einen Vertrauten mit einer Menge Gold nach Spanien, um für sich den Marquistitel und die dauernde Herrschaft über das Land zu erwirken.

Seine nächsten Bemühungen galten der Herstellung besserer und direkter Verbindung durch die Magellanstraße mit Europa. Ehe er aber damit zu Stande kam und die Früchte seiner Siege erntete, erhoben sich die Araukarier aufs Neue und diesmal mit dem festen Entschlüsse, die Fremden zu vertreiben. Die vorgeschobenen Forts wurden angegriffen und die Weißen mußten, um nicht ausgehungert zu werden, sie verlassen. Valdivia brach auf die Kunde davon mit 200 Spaniern und einigen Tausend indianischen Hülfskräften von Con-