Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1896) Die Kolonialpolitik Portugals und Spaniens : in ihrer Entwickelung von den Anfängen bis zur Gegenwart : mit einer Karte in Steindruck: Übersicht des portugiesischen und spanischen Kolonialbesitzes gegen Mitte des 16. Jahrhunderts / dargest. v. Alfred Zimmermann
Entstehung
Seite
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Macht des Klerus. ZZ7

' ^i diese Gesetze standen lediglich auf dem Papier. Sie wurden ebenso wenig beachtet wie das Verbot des Grundbesitzes für Klöster. -Der erwähnte Vizekönig wollte die Lage der Eingeborenen durch Auswahl passender Gegenden für Dörfer und ihre Uebersiedelung ''M dahin bessern. Aber seine guten Absichten ivurden durch gewinn­en süchtige und von den Kolonisten bestochene Kommissare in einer Weise ^ ausgeführt, daß das Elend der Leute noch vermehrt wurde. An die Stelle der aussterbenden Rasse traten mehr und mehr Misch- linge und Negersklaven, deren Einfuhr von Jahr zu Jahr wuchs.

I Von großem Einfluß auf die Entwickelung dieser Kolonie war die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts immer mehr zu- ' D nehmende Macht der Geistlichkeit und der erbitterte Kampf des welt- ^ lichen Klerus mit den Klöstern. Die Letzteren mischten sich in Alles ÄL und legten die Regierung manchmal geradezu lahm. Besonders suchten sie mit allen Mitteln die Besteuerung der Eingeborenen durch .»>> die Krone zu hintertreiben und allen von ihnen zu ziehenden Nutzen «ick den Klöstern zuzuwenden. Es kam infolgedessen zu den wider- ' ckl wärtigsten Streiten und Gewaltthaten. Verhängnißvoll war ferner Lick die Einführung der Inquisition im Jahre 1571, welche gegen alle ketzerischen Elemente mit Feuer und Schwert vorging. In 30 Jahren ^ fand dieses geistliche Gericht unter der geringen europäischen Be- bia völkerung 2000 Verdächtige! Es beweist das, daß die Inquisition »7? Intriguen und Verleumdungen aller Art dienstbar gemacht worden ist. i 7 Unter den in Mexiko thätigen Orden gewannen bald einen be­sonderen Einfluß die seit 1572 dort thätigen Jesuiten. Sie be­llst. schäftigten sich nämlich nicht mit Mission, sondern nahmen die esj! Erziehung der weißen Kinder in die Hand. Die Zahl der Nieder- i,i l lassungen verschiedener Orden wuchs außerordentlich rasch. Bald zählte jede Stadt so viel Mönchs- und Nonnenklöster wie in Spanien.

Zweites Kapitel.

, In Peru übernahm im September 1551 der aus Mexiko ge- > sandte, bewährte Vizekönig Antonio de Mendoza die Regierung. < Aber nur wenige Monate bekleidete er sein Amt. Schon im

, Juli 1552 ereilte ihn plötzlicher Tod. Die Wirkung der von ihm

Die europäischen Kolonien i (Spanien). 22