Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1896) Die Kolonialpolitik Portugals und Spaniens : in ihrer Entwickelung von den Anfängen bis zur Gegenwart : mit einer Karte in Steindruck: Übersicht des portugiesischen und spanischen Kolonialbesitzes gegen Mitte des 16. Jahrhunderts / dargest. v. Alfred Zimmermann
Entstehung
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Aufhebung der Jndianersklaven.

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nichts. 150 000 männliche und viele weibliche Eingeborene wurden ' in Freiheit gesetzt, unbekümmert um den den Ansiedlern und der K Krone erwachsenden Schaden. Im September 1551 erging ein ^ s' ferneres Verbot an die Beamten, Indianer anders als gegen den üblichen Lohn zu beschäftigen, und die Anordnung, daß den Ein­ehe geborenen die Wahl freistehen sollte, ihre Steuern in Arbeit oder »A Geld zu zahlen. Auch die Verwendung der Leute zum Tragen u-ffs schwerer Lasten wurde untersagt. Die Strafgewalt der Kaziken AB erlitt eine Beschränkung und 1557 wurde alle Gerichtsbarkeit über .o.'l' die Leute von der Krone übernommen. Auch den Erpressungen der ckZ Steuererheber wurde gesteuert. Die bestehenden Encomiendas ließ man in Kraft, aber sie sollten nur noch bis zum Tode des ältesten a » Sohnes oder der Erbtochter der Eigenthümer gelten.

" I Die Folge dieses Vorgehens war zunächst der Ruin zahlreicher DU Spanier, ein fühlbarer Rückgang der Steuern und ein bedenkliches r'l Uebergewicht der farbigen Bevölkerung. Es wimmelte im Lande von Mestizen und Negern. Man mußte sich entschließen, die ersteren - ilt möglichst als Soldaten zu verwenden oder als Arbeiter nach Spanien zu senden. Auch wurde der Import weiterer Neger, da es schon W etwa 20 000 im Lande gab, möglichst erschwert. Um mehr Em­ir nahmen zu erzielen, wurden auch bald die Steuern der Eingeborenen 's verdoppelt. 1564 starb Velasco nach sehr erfolgreichem Wirken.

Zweites Kapitel.

Die Folgen, welche die Gesetze von 1543 in Peru nach sich 4. zogen, waren weit ernster als die in Mexiko. Die Krone hatte sich r! entschlossen, hier einmal gründlich einzugreifen. Sie erklärte alle ' Leute, welche an den ungesetzlichen Handlungen Pizarros und Almagros betheiligt waren, d. h. so ziemlich den größten Theil der Kolonisten, ihrer Encomiendas für verlustig und beauftragte einen neuen Vizekönig Blasco Nuüez Vela mit vier Richtern, die Regierung des Landes zu übernehmen und das Gesetz durchzuführen. Die Erregung, welche die Nachricht hiervon in Peru hervorrief, läßt sich begreifen. Man bestürmte den Statthalter de Castro um Fürsprache und Vermittelung