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Vera Cruz. Erfolge der Franziskaner.
Fünftes Kapitel.
Die Kolonisation Mexikos und der benachbarten Länder hatte während dieser Jahre mächtige Fortschritte gemacht. Cortes hatte, sobald er als Statthalter bestätigt war, an allen günstig gelegenen Flecken Städte angelegt. Als Hafen erwählte er an Stelle der ursprünglich gegründeten Niederlassung eine Bucht beim Flusse Antigua. Das heutige Vera Cruz ist aber gegen Ende des l6. Jahrhunderts nochmals von jenem Punkte verlegt worden. Die Ansiedler erhielten reichliche Landzuweisungen und wurden durch allerlei Vorschriften angehalten, sich ihre Frauen baldigst nachkommen zu lassen oder sich zu verheirathen. Gegen die Annahme des Systems der Repartimientos und die Ueberweisung der Eingeborenen als Arbeiter an die Weißen hatte er anfangs allerdings Bedenken gehegt, doch entschloß er sich dazu, wie er der heimischen Regierung mittheilte, weil sonst die Kolonisten nicht hätten gedeihen können. Karl V. hob allerdings diese Repartimientos sofort als ungültig auf und verbot Cortes, auf diesem Wege fortzufahren. Aber die Ansiedler wußten das Verbot zu umgehen und die Krone war dagegen ohnmächtig. Nur die Tlas- calauer wurden aus Dankbarkeit für ihre Dienste bei der Eroberung in ihrer Unabhängigkeit gelassen.
Außerdem hat Cortes das Möglichste gethan, um Mißhandlungen der indianischen Sklaven zu verhüten. Sie konnten in ihren Dörfern und unter eigener Obrigkeit leben und genossen besonderen Schutz durch die Missionare. Der Statthalter hatte sich alle Bischöfe und Prälaten verbeten und einfache Mönche gewünscht. Als Erste kamen 1524 zwölf Franziskaner, welche ihr Werk mit heiligem Eifer und wahrer Frömmigkeit betrieben und große Erfolge erzielten. In zwanzig Jahren haben sie etwa neun Millionen Menschen bekehrt. Es ist ein weiterer Beleg für die große Befähigung des Cortes, daß er von Anfang an sein Augenmerk auf möglichste Förderung des Landbaues lenkte und der ausschließlichen Betreibung des Bergbaues vorbeugte. Er hatte die Krone veranlaßt, mit jedem Schiff Sämereien u. dgl. zu senden; jeder Ansiedler auf der Hochebene wurde verpflichtet, Wein und andere Gewächse zu ziehen, und der Landspekulation wurde dadurch vorgebeugt, daß der Kolonist erst nach achtjähriger Wirthschaft den Eigenthumstitel erhielt. Zuckerrohr, Indigo, Baum-