Scheitern des Versuches.
285
Er theilte den Indianern durch eine spanisch verstehende Frau seine friedlichen Absichten mit, sandte ihnen Geschenke und begann dann zunächst eine kleine Befestigung gegen die auf den Inseln hausenden spanischen Perlfischer zu bauen. Aber die Letzteren wußten ihm alle Arbeiter abspenstig zu machen, verdarben die Indianer immer mehr durch Branntwein und setzten ihr altes Treiben ruhig fort. Las Easas sah daher bald ein, daß bei der Fortdauer dieser Verhältnisse Nichts zu erreichen sei, und entschloß sich auf Drängen der Franziskaner, wiederum persönlich die Behörden in Sän Dvmingo anzurufen.
Er war kaum fort, als die Indianer der Nachbarschaft sich empörten und die Ansiedelung angriffen und m Brand steckten. Die Mönche und Ansiedler flohen in einem Boot und retteten sich auf ein die Küste gerade besuchendes Schiff. — Las Easas wurde inzwischen von widrigen Winden hin- und hergeworfen. Als er endlich nach zwei Monaten in Sän Domingo landete, empfing ihn die Hiobspost. Er gab nun den Kolonisationsplan vollständig auf. Entmuthigt durch die ewigen Enttäuschungen, trat er ins Kloster bei seinen Freunden, den Dominikanern. Als er schon die Gelübde abgelegt hatte, kamen freundliche und ermuthigende Briefe vom Hose und vom Papste. Aber es ivar nun zu spät. Las Easas zog sich für den Rest seines Lebens von der Welt zurück.
Drittes Kapitel.
Wenige Jahre nach dem Fall Mexikos geriet!) auch Peru in den Besitz der Spanier. Die erste Kunde von diesem Goldlande war, wie erwähnt, seinerzeit an Balboa gelangt. Er wie Pedrarias rüsteten auch verschiedene Expeditionen aus, um das verheißungsvolle Land zu suchen, doch vermochte keine weit genug vorzudringen. Die Nachrichten von den Wundern und Schätzen Mexikos belebten aber den Thatendrang der von Darien mittlerweile nach Panama übergesiedelten Kolonisten aufs Neue. Drei davon faßten den Plan, auf eigene Faust Peru zu suchen und zu erobern. Es war der schon früher genannte Pizarro, ein anderer ebenso ungebildeter, gewöhnlicher Soldat, Diego dc Almagro, und der Vikar von Panama Hernando de Luque, ein kluger und wohlhabender Mann. Er lieferte