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Sklavenfrage.
Welt begrüßte dagegen die Anerkennung von Cortes durch den Hof mit lautem Beifall.
Zweites Kapitel.
Daß Fonseca so lange unumschränkt walten konnte, lag nicht zum Wenigsten daran, daß Karl V. bei seiner Thronbesteigung zu jung war und daß seine Hauptberather und leitenden Minister Guillaume de Croy und Jean Salvage von den amerikanischen Dingen zu wenig Kenntniß und kein Interesse dafür besaßen. Ungestört konnten damals die Statthalter in den Kolonien Hausen und die Eingeborenen weiter ausrotten. Da gelang es dem nach Spanien geeilten Las Casas, die nähere Bekanntschaft des Groß- kanzlers Salvage zu machen und ihn für die Lage der Indianer zu interessiren. Auf seinen Wunsch entwarf er mit Genehmigung des Königs einen neuen Plan, wie den Eingeborenen zu helfen sei. Es sollten danach nicht nur die zu ihren Gunsten erlassenen Gesetze streng durchgeführt und erweitert, sondern auch auf Herbeiziehung anderer Arbeitskräfte gedacht werden. Als solche schlug er Weiße und Neger vor. Erstere sollten freie Reise und die Mittel zur ersten Einrichtung und Land erhalten; die Neger sollten in der Art eingeführt werden, daß jeder Ansiedler das Recht erhielt, sich 12 afrikanische Sklaven zu halten.
Angeregt zu diesem Vorschlage war Las Easas durch verschiedene Kolonisten, die ihm sagten, daß sie in diesem Falle ihre Indianer freigeben würden. Er hat später seinen Rath schmerzlich bereut und erklärt, daß er damals nicht daran gedacht, in welcher grausamen Weise die Portugiesen den Menschenhandel organisiren würden. Zu behaupten, wie es oft geschehen, daß Las Casas damit der Urheber der Negercinfuhr nach Amerika geworden, ist aber unrichtig. Nicht nur hatten die Portugiesen längst Schwarze als Sklaven verwendet, und hatten die Spanier schon oft afrikanische Sklaven in die Kolonien eingeführt, sondern auch die Hieronymiten hatten schon früher die Benutzung von "Negern empfohlen! Allerdings aber gab die Denkschrift des Las Easas jetzt den Anlaß zu einem Massenimport von schwarzen Sklaven. Seine Borschläge wurden nämlich ohne Weiteres gebilligt und das Jndiahaus in Sevilla gefragt, wie viel Neger für