Hrster Kheil.
Die Anfänge der spanischen Kolonisation.
Erstes Kapitel.
Eer Ausgangspunkt der Kolonialpolitik war bet Spanien ein anderer als bei Portugal. Hier waren ein Jahrhundert lang planmäßig Schifffahrt und Handel gepflegt und großgezogen und der Berkehr nach Afrika und darüber hinaus nach den Ländern, welche Gold, Edelsteine und kostbare Gewürze hervorbrachten, allmählich ausgebildet worden. Die Bevölkerung, welche diesen Bestrebungen ! lange gleichgültig oder gar ablehnend gegenübergestanden, hatte mit l der Zeit ihren Nutzen erkannt und brachte ihnen große Bereitwilligkeit und Förderung entgegen.
In Spanien dachte dagegen zu Ende des 15. Jahrhunderts kaum Jemand ernstlich an große überseeische Unternehmungen. Das ganze vereinigte Königreich zählte nach neueren Forschungen kaum » chsst Million Bewohner. Außer in Barcelona und Balencia war i Industrie so gut wie gar nicht vorhanden. Wolle, Wein, Oel,
« Früchte, Eisen und Seidengewebe waren die einzigen Ausfuhr- t artikel des großen Landes. Die Seidenstoffe wurden dabei auch
I nicht einmal von wirklichen Spaniern, sondern von den Mauren ver- » fertigt. Verbot ja doch Sitte und Gesetzgebung dem Adel Betrieb lt von Gewerben oder Anlage seines Geldes in solchen, während der
ck gemeine Mann zu arm war, um größere Unternehmungen zu de
ck ginnen. Die meisten Jndustriewaaren wurden aus Nordeuropa und « Italien eingeführt. Handel und Schifffahrt bestanden lediglich in » den Hafenstädten Barcelona, Sevilla, Cadiz, Santa Maria und den r Seeplätzen von Eoruüa und Sän Sebastian. Die Geldgeschäfte und
Die europäische» Kolonien l (Spanien). 15