Portugiesisch Westasrika.
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An der afrikanischen Westküste war die portugiesische Kolonisation während des 18. Jahrhunderts nicht erfolgreicher als im Osten. Obwohl sie jetzt auf die Inseln Sao Thomck und Principe und Angola räumlich beschränkt war, geschah für die wirkliche Civilisirung und Erschließung der Gebiete sehr wenig. Sie dienten Portugal lediglich als Bezugsquellen für die in Brasilien nöthigen Sklaven oder als Verbanuungsort für Verbrecher. Die Verbindung mit dem Mutterlande war auch hier selten und unregelmäßig, die militärische Macht gering, so daß französische Korsaren 1704 ungestraft die Stadt Benguela ausplündern konnten. 1760 wurden die Jesuiten, welche an verschiedenen Stellen missionirten, auch hier verbannt. Die glücklichste Zeit hat Loanda von 1764 an unter dem Gouvernement Sousa Eoutinhos genossen. Er räumte mit der ganz verlotterten Büreaukratie auf, verbot Beamten und Soldaten die allgemein üblichen privaten Handelsgeschäfte, regelte das Handelsrecht, förderte den Ackerbau und gründete eine Eisenhütte bei den Minen von Golungo. Dazu befestigte er die Küstenorte, erforschte das Land und erhöhte seine Einnahmen durch geschickte Anordnungen. Leider fand er keine ebenbürtigen Nachfolger. Nach seinem Weggange riß bald wieder die alte Mißwirthschaft ein. 1784 nahm ein französisches Geschwader im vollen Frieden die Stadt Cabinda weg. Unter den Revolutionskriegcn hatten diese in Europa wenig beachteten Kolonien nicht besonders zu leiden. Man begann daher hier zu Anfang des 19. Jahrhunderts mancherlei Versuche zur Erschließung und Ausbeutung der mannigfachen Mineralschätze dieser Länder zu unternehmen und auch an die Erforschung des Weges zwischen Angola und der Ostküste zu gehen.
Zweites Kapitel. H800 bis H895.
l Nach dem Verluste des größten Theils Indiens und der Los- ^ I sagung Brasiliens blieben die afrikanischen Besitzungen im 19. Jahr- ß hundert Portugals wichtigste Kolonien. Aber der Werth, den sie früher für dieses besessen hatten, war inzwischen noch erheblich ge- 'i-H schmälert, seit England aus allen Kräften den Sklavenhandel zu