Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1896) Die Kolonialpolitik Portugals und Spaniens : in ihrer Entwickelung von den Anfängen bis zur Gegenwart : mit einer Karte in Steindruck: Übersicht des portugiesischen und spanischen Kolonialbesitzes gegen Mitte des 16. Jahrhunderts / dargest. v. Alfred Zimmermann
Entstehung
Seite
178
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Dritter Theil.

^Afrika. ^

Erstes Kapitel. l488 bis 1800.

einer wirklichen Kolonisationsthätigkeit der Portugiesen in Afrika läßt sich während der ersten Jahrhunderte ihrer Herrschaft daselbst kaum sprechen. Wie früher erwähnt, ist das nördliche West- afrika das erste Feld und der Ausgangspunkt ihrer Entdeckungsfahrten gewesen. Sie haben erst am Senegal, dann am Golf von Guinea, in Südafrika und später an der Ostküste festen Fuß gefaßt und hier überall eine Reihe von Niederlassungen gegründet. Aber alle diese Ansiedelungen waren für sie nur Stützpunkte auf ihrer Jndienfahrt und später Bezugsquellen für Negersklaven, die in Brasilien noth­wendig waren.

Bor der Entdeckung des Weges nach Indien hatte Portugal einige ernstliche Ansiedelungsversuche im mittleren Westafrika gemacht, zuerst 1448 auf der Insel Arguin, südlich von Kap Blanco, dann 1482 an der Goldküste. Eine damals hierher aus Anlaß der Ent­deckung reicher Goldgruben bei Little Eommenda oder Aprobi ge­sandte Expedition zählte 10 Schiffe mit 500 Soldaten und 200 Hand­werkern und stand unter dem Kommando Dom Diogos d'Azambuja. Sie errichtete mit Erlaubniß des betreffenden Häuptlings an der Stelle des heutigen Elmina das Fort Sao Jörge da Mina und begann dann Gold, Elfenbein und Sklaven gegen europäische Waaren einzutauschen. Wettbewerb seitens anderer Nationen fand nicht stktt. Man erkannte noch überall die päpstliche Bulle von 1441, welche