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Schutz Goas durch England.
Regierung ergriff von Anfang an eifrig gegen Frankreich und die revolutionären Ideen Partei. Alle irgend verdächtigen Personen portugiesischer Abkunft und alle Franzosen wurden aus den indischen Besitzungen ausgewiesen. Portugiesische Truppen unterstützten die Spanier gegen Frankreich und portugiesische Schiffe verstärkten die englische Flotte im Mittelmeer. Die Beziehungen zu England wurden noch enger, als Spanien seinen Frieden mit der Republik schloß und Portugal nicht nur im Stich ließ, sondern sogar seine Theilung mit Frankreich ins Auge faßte. England sandte Portugal Hülfstruppen und setzte es dadurch in den Stand, einen nicht zu ungünstigen Frieden mit Frankreich zu schließen. Napoleon war freilich nicht geneigt, sich daran zu halten. Er wollte Portugal überhaupt vernichten und ging ihm gleichzeitig in Europa und außerhalb zu Leibe. Er schloß mit Tipu Sultan einen Bertrag, worin dieser versprach, die Engländer und Portugiesen in Indien anzugreifen. Die Engländer erhielten hiervon aber bald Kunde und Marquis Wellesley, der Generalgouverneur von Britisch Indien, schlug daher in Anbetracht der Schwäche der Portugiesen 1798 seinem portugiesischen Kollegen Verstärkung der Garnison Goas durch englische Truppen vor. Der portugiesische Generalkapitän Francisco Antonio da Veiga Cabral ging darauf ein, und 1799 zogen 1100 englische Soldaten in Goa ein und blieben dort bis 1815. Der erwartete Angriff der Franzosen ist allerdings nicht erfolgt, da Napoleons Pläne in Aegypten und Kleinasien begraben wurden. Die Engländer räumten mit Tipu Sultan und anderen unzuverlässigen Fürsten auf. Goa verkam inzwischen immer mehr. Sein Handel ging unaufhaltsam zurück, immer mehr trat in jeder Beziehung Bombay an an Goas Stelle. Nur die glänzenden Klöster und zahlreichen Kirchen legten noch von der ehemaligen Bedeutung der Stadt Kunde ab. Die 1814 erfolgende Aufhebung der Inquisition übte auf die immer mehr verkommende Kolonie keine Wirkung mehr aus.
Viertes Kapitel.
H8l5 bis W5.
Als endlich die Engländer, welche Goa wie Madeira und Macao schon halb und halb als Eigenthum angesehen hatten, nach langen