Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1896) Die Kolonialpolitik Portugals und Spaniens : in ihrer Entwickelung von den Anfängen bis zur Gegenwart : mit einer Karte in Steindruck: Übersicht des portugiesischen und spanischen Kolonialbesitzes gegen Mitte des 16. Jahrhunderts / dargest. v. Alfred Zimmermann
Entstehung
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Theilung der Welt.

alle Länder westlich von einer Linie gehören sollten, welche 100 Leguas von den azorischen und kapverdischen Inseln durch das Weltniecr gezogen werde. Da Kolumbus sowohl wie alle Zeitgenossen das von ihm entdeckte Land für Indien hielten, letzteres aber durch Martin V. Portugal zugesprochen war, erregte die päpstliche Ent­scheidung große Aufregung in Lissabon. Joüo II. rüstete ein Ge­schwader und wollte mit Gewalt weitere Fahrten der Spanier hindern. Gleichzeitig stellte er in Madrid die Forderung, die Erde nicht in eine östliche und westliche, sondern in eine kleinere nördliche und eine größere südliche Hälfte in der Höhe der Kanarien zu theilen. Nur die erstere wollte er Spanien überlassen. Nach längeren Verhand­lungen in Tordesillas gab er aber nach und gestand am 7. Juni 1404 Spanien die Länder westlich einer Linie zu, die 370 Leguas westlich von den kapverdischen Inseln gezogen wurde. Afrika und, wie sich bald zeigte, Indien waren dadurch Portugals alleiniger Herrschaft überliefert.* *)

Erstes Kapitel.

H498 bis 1580.

Noch in demselben Jahre begann der König Rüstungen zu einer großen Expedition, welche nunmehr um das Kap der guten Hoffnung nach Indien vordringen sollte. Vor ihrer Absendung aber ereilte

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*) In einem früheren Abkommen von 1479 zu Alcazova hatte Spanien den Portugiesen bereits alle (Gebiete zwischen Kap Non und Indien überlassen und sich nur den Besitz der kanarischen Inseln gewahrt. Die Grenzlinie von 1494, die etwa dem 31. Grad westlicher Länge von Ferro entspricht, sollte durch Commission an Ort und Stelle festgelegt werden. Diese Bestimmung ist niemals ausgeführt worden. Der Papst hat die Vereinbarung am 24. Januar 1506 genehmigt.