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Ich meinerseits habe, nachdem ich mich von der berechtigten Unlust der Waschambä, ihr Vieh zu verkaufen, überzeugt, sofort die Expedition abgebrochen und bin lieber ohne Vieh heimgekehrt, wodurch die Verluste der Gesellschaft, da ich sowieso das Unternehmen als ein versuchsweises nur auf den Ankauf einer kleinen Viehzahl eingerichtet hatte, verhältuiß- mäßig geringe wurden. Die Gründe, aus denen die Bewohner Wugires zum Viehverkauf nicht geneigt waren, sind leicht verständlich. Das Vieh ist ihr größter Reichthum, das für sie das Anlagekapital darstellt, von dessen Nutzungen sie leben. Das Fleisch der Thiere, für welche sie nicht genug Futter zu haben glauben, verzehren sie lieber, als daß sie das Thier verkaufen. Sie würden dafür so viel Waaren erhalten, daß sie nichts damit anzufangen wüßten. Brauchen sie einmal ein Stück Zeug, so gehen sie selbst an die Küste und tauschen es gegen sumlL ein. Und selbst, wenn Einige sich einmal entschließen, ein Stück Vieh zu verkaufen, so ziehen sie es vor, es selbst an die Küste zu bringen und dort höhere Preise zu erhalten, als ihnen in der Heimath geboten werden. Da nun zweifelsohne sowohl der Transport der Thiere wie auch der der dafür eingetauschten Waaren von den Leuten selbst ganz unverhältnißmäßig billiger besorgt wird wie von Europäern, so erscheint es volkswirthschaftlich richtiger, daß Letztere ihre Kraft anderen Aufgaben zuwenden und den Viehhandel den wenig beschäftigten Viehbesitzern des Hinterlandes selbst überlassen.
6. Gewerbe.
Die gewerbliche Thätigkeit der Taugaländer ist, wie das bei den primitiven Verhältnissen nicht anders denkbar, eine verhältnißmäßig geringe.
Schifffahrt und Fischerei sind die beiden Gewerbe, die sich noch der größten Ausdehnung erfreuen. Erstere wird von arabischen oder Suahelileuten, aber meist für Rechnung der Inder auf Segelschiffen (Daus) betrieben, welche den Verkehr zwischen den Plätzen der Küste und namentlich zwischen dieser und Sansibar vermitteln.
Der Fischerei geben sich Wasuaheli und eingewandert Eingeborene des Hinterlandes hin. Man fischt entweder mit Netzen oder mit der Angel oder stellt Reusen ins Wasser oder betäubt die Fische durch Hineinwerfen einer im Hinterland wild wachsenden und an der Küste sogar manchmal kultivirteu Pflanze, die den Namen Utupa hat. Wie überall in der Welt, wo noch Natur- oder Halbkulturvölker Hausen ist auch hier der ausgehöhlte Baumstamm, der Einbaum (Cano — so, nicht Canu sagt der Indianer Nord- und Südamerikas) das Fahrzeug, dessen man sich auf den Fischerfahrten bedient Die größte Masse der Fische wird zwecks Verkaufs ins Hinterland getrocknet, in welchem Zustand namentlich die Haifische einen pestilenzialischeu Gestank verbreiten.
Die für die Schifffahrt und Fischerei nöthigen Daus und Canos werden gleichfalls von den Eingeborenen hergestellt. Eine Schiffswerft, wenn man dieses Ausdrucks sich bedienen darf, befindet sich beispielsweise in Mvuni an der Mündung des Sigi.
Eine geringe Anzahl von Leuten befassen sich gewerbsmäßig mit der Kalkbrennerei. Es werden zu diesem Behufe aus Hölzern mehrere