Druckschrift 
Tangaland und die Kolonisation Deutsch-Ostafrikas : Thatsachen und Vorschläge / von Karl Kaerger
Entstehung
Seite
1
Einzelbild herunterladen
 

Erster Theil.

WivHfchsftliche und imvMchafrsbeRngeilbe Manschen im vovSeven Trmgalmlö.

Wer die Wahrheit kennet und saget sie nicht, Der ist fürwahr ein erbärmlicher Wicht.

Landwirthschaft.

I. Die Küstenzone.

Tangaland nenne ich das Hinterland von Tanga soweit es bis jetzt näher bekannt ist, also den Theil unserer deutsch-ostafrikanischen Kolonie, der von der englischen Grenze bei Wanga bis Pangani und von der Küste in westlicher Richtung bis zum Kilimandscharo und Märuberge reicht.

Aus eigener Anschauung kenne ich hiervon das Vorland, Bondei und Usambara. Diese Gebiete, die ich unter dem NamenVorderes Tangaland" zusammenfasse, sollen im Folgenden in Hinsicht auf die natürlichen Bedingungen, die sie dem landwirthschaftlichen Betrieb bieten, und in Hinsicht auf diesen selbst des Näheren beschrieben werden.

Der geologische Aufbau von Tangaland ist schon mehrfach dar­gestellt worden. An eine schmale Zone recenter Kalke an der Küste schließt sich die jurassische Formation mit Kalk und Sandsteinen an, an deren «stelle zwischen Sigi und Umba im Gebiete der Wadigo Thon­schiefer treten. Bis zu deu vulkanischen Basaltgesteinen des Kilimand­scharo folgt sodann die große Zone der Gneiße und kristallinischen Schiefer, auf deren verschwemmte Verwitterungsprodukte wohl auch die Bildung der Ackerkrume im Vorlande größtentheils zurückzuführen ist.

Die Ackerkrume der Küstenzone besteht überwiegend aus Hellem, humosen Sande, unter welchem sich in einer Tiefe von durchschnittlich einem Meter ein röthlicher schwachlehmiger Sand findet, der an einzelnen Stellen auch an die Oberfläche tritt. Hin und wieder finden sich in diesem Sandmeer Inseln von röthlichem, seltener von gelben Lehm. Aus letzteren bestehen zumeist die oft 23 Meter hohen Hügel, die ein Werk der Temiten, manchmal aus der Ebene auftauchen. Bei trockenem Wetter wird dieser gelbe Lehm so hart, daß er nur mit dem Pickel zu bearbeiten ist, die beste Stahlhacke prallt an ihm zurück. Gleiches gilt aber für alle Witterungsverhältnisse auch von einem gelblich gefärbten, festen, kaum