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gewonnene Honig, den die Leute äußerst mangelhaft reinigen, bildet ein Exportprodukt, welches auch wohl den alleinigen Bestandtheil der unter der Rubrik Melasse und Honig aus Tanga ausgeführten Waaren bildet, deren Werth 1888/89 786 Rupien und 1889/90 892 Rupien betrug.
L. Handel.
In der ganzen deutsch-ostafrikanischen Kolonie richt der gesammte Handel in den Händen der Inder, und zwar sowohl der Großhandel wie der Kleinhandel, der Einfuhrhandel wie der Ausfuhrhandel, der Karawanenhandel wie der Ortshandel. An der Küste selbst sitzen in überwiegender Menge die Kleinhändler, die von den in Bombay, Zan- zibar, aber auch an der Küste residirenden Großhändlern wirthschaftlich abhängig sind. Deutsch-Ostafrika ist dadurch vom wirthschaftlichem Standpunkt eine vollständige Dependenz von Indien, ein Ausbeutungsobjekt indischen .Kapitals, indischen Unternehmungsgeistes, indischer Betrügerkunst und Bewucherung und ein offener Markt für die indische Industrie. An dieser Thatsache hat weder die deutsche Besitzergreifung, noch die Thätigkeit deutscher Gesellschaften, noch die Einrichtung einer direkten Dampferverbindung mit Deutschland, noch die politische Losreißung von Zanzibar irgend etwas Erhebliches geändert. Im Gegentheil! Die dem- nächstige Eröffnung einer direkten deutschen Dampferlinie, die durch das Zusammenwirken der deutsch-ostafrikanischen Linie und der deutsch-ostafrikanischen Gesellschaft zustande gekommen ist, wird diese Handelsbeziehungen immer fester und ausgedehnter entwickeln. Die Einrichtung dieser Linie bedeutet die Bankerotterklärung des deutschen Kapitals gegenüber dem kolonialpolitischen Prinzip, daß die Kolonie das beste Absatzgebiet für die Industrie des Mutterlandes sein soll. Der deutsche Unternehmer verzichtet auf den aktiven Handel mit der deutschen Kolonie und degradirt sich freiwillig zur Rolle eines Zwischenhändlers zwischen seinen schwarzen Unterthanen und' den indischen Wucherprotzen. Das ist das aufs tiefste beklagenswerthe Resultat des kaufmännischen Quietismus gegenüber den einmal bestehenden Verhältnissen und der uneingeschränkten Anwendung manchesterlicher Theorien auf das Verhältniß von Kolonie und Mutterland unter sich und zum Ausland.
Sehen wir uns nun die Thätigkeit des Inders speziell in Tangaland etwas näher an.
Hier besteht ein großer Unterschied zwischen dem Handel von Tanga und Pangani. Letzteres hat, seitdem in den letzten Jahrzehnten englische Kreuzer den besseren Hafen von Tanga zur Ueberwachung des Sklavenhandels öfters besuchten, mit diesem naturgemäß auch den Handel mit Elfenbein an sich gerissen.'-) Um dieses aus dem Seengebiet zu holen, werden mit indischem Kapital Karawanen ausgerüstet, an deren Spitze Wasuaheli oder Araber stehen. Als Träger werden meist Sklaven benutzt, und es ist ja wohl bekannt genug, daß, wenn die Anzahl der
Ausführliches darüber lese man bei Baumanu, llsambara, an verschiedenen Stellen.