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letzteren begegnet man oft ganz stattliche Heerden, namentlich im westlichen Theile der Landschaft.
Von europäischen Niederlassungen sind die Missionsstationen der englischen Universitäten-Mission zu erwähnen, deren Hauptstation im Centrum des Landes bei der Ortschaft Magila liegt und die in Mkusi, Msaraka, Msoswe von Eingeborenen verwaltete Nebenstationen unterhält, während die von Umba aufgegeben ist. Gemäß den Prinzipien der englischen Mission wird aber von den Missionaren und Zöglingen Gartenbau nur in ganz geringem Umfange, Feldbau' gar uicht getrieben. Dagegen verfügt die Hauptstation über eine stattliche Heerde von Rindvieh, Ziegen und Schafen.
In Lewa, der Niederlassung der deutsch-ostafrikanischen Plantagen-Gesell- schaft, wird der Tabakbau betrieben. Der Boden daselbst ist, wie bereits bemerkt, von großer Fruchtbarkeit, ein hochrother starklehmiger Sand, dessen wilde Vegetation allein schon auf seine vortrefflichen Eigenschaften schließen läßt. Auch fließt in der Nähe der Hauptstation ein kleiner Bach vorbei, der aber, wenn ich nicht irre, in sehr trockenen Monaten austrocknet und nur in einzelnen Tümpeln Wasser hält. Die Verbindung mit der Küste wird über Tschogwe. dem ungefähren Endpunkte der Schiffbarkeit des Pangani unterhalten. Der Weg bis Tschogwe ist aber nicht gerade sehr günstig für den Transport, da nach Ueberwindung eines hohen Steilabfalls mehrere tiefe Sümpfe zu passiren sind. Nach Vollendung der Eisenbahn von Tanga nach Bondei dürfte der Transport der Waaren wohl mittelst dieser erfolgen, da nach dem Baumannschen Projekt die Entfernung von Lewa nach dem nächsten Punkt der Bahnstrecke noch etwas weniger weit und jedenfalls bequemer ist, wie nach Tschogwe, der Transport auf der Eisenbahn nach dem von den Europafahrern besuchten Hafen von Tanga jedenfalls aber der von der Fluth abhängigen Flußfahrt nach dem Pangani und von da nach Tanga oder Sansibar vorzuziehen ist. Der ehemalige Leiter der Station, Herr Müller, dachte über diesen Punkt übrigens anders.
Die Anlage von Lewa ist, man möchte sagen, im großartigen Stil gehalten, jedenfalls ein Beweis, daß man nicht nur auf das Gedeihen des Tabaks überhaupt, sondern auch auf die Erzielnng einer so guten Qualität fest rechnet, daß sich die großen Ausgaben für die Plantagen gut verzinsen werden.
Der Leiter der Plantage, Herr Friedrich Schröder, ist ein ungemein tüchtiger, energischer, und von lebhaftestem Interesse für die Sache erfüllter Mann, der allerdings die Eingeborenen sehr scharf anfaßt und in Folge dessen eure Zeit lang, ehe man sich an seine Strenge gewöhnt hatte, an Mangel von Arbeitern zu leiden hatte, der aber auch mit den Leuten, die bei ihm zu arbeiten sich entschlossen haben, wirklich Erfolge zu erzielen weiß. Nach alledem glaube ich mit gutem Gewissen das Unternehmen als ein Erfolg versprechendes bezeichnen können.
IV. Usambara und die Steppengebiete.
Westlich von Bondei, von dieser Landschaft durch zwei isolirte Berge geschieden, zieht sich die durch den Sigi und dessen Zufluß, den Mnsi ge-
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