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Tangaland und die Kolonisation Deutsch-Ostafrikas : Thatsachen und Vorschläge / von Karl Kaerger
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selbes bemerkt zu haben, daß eine Art weißer, langer, schmaler Rettig, der Hib>i8on8 68ou1sutu8, eine hohe Grasart, und eine Hirseart ganz besonders durch ihren vortrefflichen Stand auffielen.

III. Bondei.

Die Landschaft Bondei zeigt einen ziemlich übereinstimmenden Charakter. Ihr Boden besteht aus stark eisenhaltigem und darum roth gefärbten lehmigen Sand, dessen Lehmbestandtheile im allgemeinen in der Nähe der Berge zunehmen So fanden sich in den Proben die Dr. Schmidt in Mkusi am östlichen Theile von Bondei und in Msoswe im west­lichen Theile am Abfall des Mlinga dem Boden entnahm, folgende Bestandtheile:

Grand Sand Thon

Mkusi ... 0,5 63,9 35,6

Msoswe... 0,3 40,1 59,6

Einen ganz besonders schönen lehmigen Boden hat auch die Gegend von Lewa, woselbst die deutsch - ostafrikanische Plantagen-Gesellschast eine Tabak-Plantage besitzt.

Auch die Intensität der Rothfärbung ist eine wechselnde und ist beispielsweise in Lewa eine sehr starke.

Dieser rothe Boden in Bondei, der mich theilweise in Usambara auftritt, ist meiner Auffassung nach nicht als typischer Laterit zu be­zeichnen, wie er in seinem Vorkommen in Westafrika von Pechuel- Lösche geschildert worden ist, sondern er steht der Rotherde von Bra­silien und Paraguay gleich. Nach der vortrefflichen Untersuchung Dr. Wohltmanns über diesen Gegenstand ist das wesentlichste Charakte- risükum des Laterits ein zeitiges oft schlackiges Gefüge und der häufige Einschluß von Eisenkonkretionen und gesteinsartigen Neubildungen. Diese Charakteristik trifft aber für die von mir beobachteten rothen Böden in Ostafrika nicht zu, welche vielmehr vollständig in ihrem dichten Gefüge und ihrer Freiheit von Eisenkonkretionen der brasilianischen Rotherde gleichen. Insbesondere sind die obenerwähnten hellfarbigen sandstein- artigen Gebilde nicht als Ausscheidungen von Laterit zu betrachten, da sie sich innerhalb einer Ackerkrume aus Hellem Sande, nicht in eisen­haltiger Erde finden.

Diese Feststellung ist nun bezüglich der Kulturlauglichkeit des Bondei­bodens von höchster Wichtigkeit, denn die genannten, dem Laterit eigen­thümlichen Eigenschaften sind es, die dessen geringe Fruchtbarkeit sowohl in physikalischer wie in chemischer Hinsicht bedingen. In physikalischer, denn das zellige Gefüge des Bodens vermindert selbst bei hohem Lehm- gehalte desselben seine wasserhaltende Kraft außerordentlich und macht ihn dadurch in trockenen Gegenden für die Kulturen vieler Pflanzen ganz unbrauchbar. In chemischer, denn das Entstehen der Eisenkonkretionen wird, wie Dr. Wohltmann überzeugend dargethan, bedingt durch vorherige Auswaschungen vieler für die Pslanzenernährung werthvoller Mineralien, insbesondere des Kalks, der Alkalien und der Phosphorsäure. Bei den Rotherden ist dieser Auslaugungsprozeß dagegen überhaupt nicht oder noch nicht in demselben Grade erfolgt wie beim Latarit, so daß ihr Ge-