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Tangaland und die Kolonisation Deutsch-Ostafrikas : Thatsachen und Vorschläge / von Karl Kaerger
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Dort waren die von mir zur richtigen Zeit ausgesäeten Pflanzen etwa 34 Meter hoch geworden und hatten so zahlreiche Seitenschößlinge hervorgebracht, daß ein einziger Stock von zwei Mann nicht umspannt werden konnte. Und hier? Winzige Dingerchen von kaum einem Meter Höhe und höchstens drei oder vier Seitenschößlingen, ein kläglicher Anblick! Auch als ich im Glauben, daß das schlechte Fortkommen dieser in Mexiko beheimatheten Pflanze, weniger durch >ne Trockenheit als durch die Un­fruchtbarkeit des Bodens verursacht werde, eine Anzahl Pflanzen in Löcher umsetzte, die ich stark mit Compost und Dünger angefüllt hatte, wurde das Wachsthum nicht besser. Als ich aus Tanga fortging, standen die Pflanzen noch unverändert auf dem Lande, nachdem einige von ihnen etwas Samen getragen hatten.

Die Stellen, auf denen mir der Mais und der Sesam weggebrannt waren, besäete ich im November mit Baumwolle und mit Erdnüssen als Zwischenfrucht. Gleiche Aussaaten machte ich in einer etwas ent­fernter liegenden, gleichfalls für die Gesellschaft erworbenen Schamba.

Der Vanmwollenversuch hatte, mag das nun an dem man­gelnden Regen, mag es an dem unfruchtbaren Boden oder an beiden Faktoren gelegen haben, ein abschreckend klägliches Ergebniß. Die Stauden wurden in dem Hausgrundstück etwa 50 om, auf der Schamba oft nur 25 ein hoch, hatten ein welkes, mattes Aussehen und brachten jämmerlich wenig Kapseln hervor. Besser gediehen die Erd­nüsse, die, als ich im Februar die Gesellschaft verließ, eben zu reifen begannen. Die meisten von ihnen hatten einen Raum von etwa einem Quadratmeter bedeckt und auch ziemlich viel Blüthen angesetzt. Aller­dings waren viele von den Samen in Folge der herrschenden Trocken­heit überhaupt nicht aufgegangen, und in der Schamba gab es auch viel Exemplare, die sich schlechter entwickelt hatten. Der Boden daselbst schien mir in Folge Jahrzehnte langer Benutzung stärker ausgesogen zu sein, als der des anderen Grundstückes, woselbst wenigstens zur Zeit, als ich es kaufte, überhaupt kein Ackerbau betrieben wurde.

Schließlich sei noch erwähnt, daß ich auch Bananen auf dem Haus­grundstück angepflanzt habe. Es zeigte sich hierbei allerdings wieder einmal, wie wunderbar gut die Banane selbst bei trockenstem Wetter an­wächst, aber die Ungunst der Wachsthumsbedingungen für diese Pflanze trat in der kurzen Zeit meiner Anwesenheit schon dadurch zu Tage, daß in den 51/2 Monaten nur verschwindend wenig neue Schößlinge neben dem Mutterstamm emporsprossen.

II. Die Jurakalk- und Thonschieferzone.

Die Jurakalkzone reicht in Tangaland vom Pangani bis etwas über den Sigi hinaus. Sie wird im Westen begrenzt von der der Gneiß- formation angehörigen Landschaft Bondei, im Norden von der Thon­schieferzone, die die Landschaft Digo umfaßt. Ihre Entfernung von dem Meere ist eine wechselnde. Sie ist am größten etwas südlich von Tanga, ist aber nördlich von dieser Ortschaft beim Ausfluß des Mkulumusi und Sigi ziemlich gering und ganz verschwindend klein bei Tongoni an der Mtangata-Bucht und an mehreren Stellen südlich davon. Der