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Die Behandlung der einheimischen Bevölkerung in den kolonialen Besitzungen Deutschlands und Englands : eine Erwiderung auf das englische Blaubuch vom August 1918: Report on the natives of South-West-Africa and their treatment by Germany / Reichskolonialamt
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Anzahl von Kolonien, wo das Land ursprünglich von Eingeborenen bevölkert war, und wo heute blühende Gemeinwesen von Weißen existieren. Beispiele wie das Festland von Australien, die Inseln Neuseeland und Tasmania und ausgedehnte Teile von Britisch-Südafrika zeigen, daß das Ergebnis des Zusam­menlebens der weißen und der schwarzen Rasse auch unter englischer Flagge in der Regel die tatsächliche Ausrottung der Farbigen auf dem guten Ansied­lungslande gewesen ist. Mit welchem Recht maßt sich also England die Rolle eines Richters über die deütsche Eingeborenenpolitik an?

3. Bergdamara, Bastards, Ovambo und Buschmänner.

Außer mit den Herero und Hottentotten beschäftigt sich das englische Blaubuch noch besonders mit den Bergdamara, den Bastards von Rehoboth, den Ovambo und den Buschleuten, natürlich gleichfalls durchweg mit der Tendenz, Beweismaterial für diePflicht Englands zu sammeln, auch diese Stämme vor der Wiederkehr des deutschen Regimes zu bewahren. Zu dem Zweck wird in den betreffenden Kapiteln (21, 23, 24 und 25) der Wahrheit ganz nach demselben Schema Gewalt angetan und die bona fides dem Gegner gegenüber ebenso unbedenklich hintangesetzt wie in den vorhergehenden Ab­schnitten.

Die Bergdamara haben sich niemals gegen die deutsche Herrschaft erhoben. Sie waren stets friedliche, loyale Untertanen und erfreuten sich eines zunehmenden Wohlstandes. Trotz dieser auch dem Verfasser des englischen Blaubuchs bekannten-Tatsachen behauptet er (S. 107), die Deutschen hätten die Bergdamara aus Versehen größtenteils ausgerottet; denn die unwissenden deutschen Soldaten hätten im Hererokriege die Bergdamara mit den Herero verwechselt und zu Tausenden vernichtet.

Diese Beweisführung macht der Weisheit eines englischen Staatsdoku­ments alle Ehre. Die Bergdamara sind der Gefahr einer solchen Verwechse­lung selbstverständlich aus dem Wege gegangen, indem sie bei Beginn der Feindseligkeiten, soweit sie überhaupt noch im Dienst der Herero standen, diesen entliefen. Während des ganzen Hererofeldzuges haben sie dann im Dienste und auf seiten der Deutschen gestanden, denn sie hielten es erstens mit dem Stärkeren und hatten zweitens nur Gutes von den Deutschen erfahren.

Als die Herero nach Deutsch-Slidwestäfrika einwanderten,. trafen sie dort ein kleines, wenig entwickeltes dunkelhäutiges Volk, vielleicht von Bantu­abstammung, das. aber Nama sprach, die sogenannten Bergdamara. Diese wurden von den Herero unterworfen und lebten seitdem teils als Viehhirten und Diener der Herero, teils mit eigenem Vieh in einzelnen kleinen An­siedlungen im Lande zerstreut. Die älteste und größte dieser Ansiedlungen bildete sich in Okombahe, andere in Ghaub, Aais und in der unmittelbaren Nähe der Ortschaften der Weißen.

Im Jahre 1894 besuchte der Gouverneur Leutwein zum ersten Male die Bergdamara-Ansiedlung in Okombahe. Dieser im Damaraland gelegene Platz gehörte damals den Herero, und nicht, wie. das englische Bläubuch angibt, den

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