stand auf seinem Vorhaben und tat, als wisse er nichts von dem Einspruch des Häuptlings, obwohl dieser Einspruch mit den Bräuchen der Maoris übereinstimmte und im Vertrage von Waitangi anerkannt war. Er vollzog also den Ankauf und der Häuptling begann die Feindseligkeiten.“ Ein langjähriger Krieg folgte , der zur Vernichtung eines großen Teils der Maoris führte. So achtete England den Vertrag über die Rechte der Eingeborenen an ihrem eigenen Lande.
Das Blaubuch geht nun dazu über, die Streitigkeiten der Händler mit den Herero darzustellen, die ins Land kamen, um Rinder zu kaufen, Ochsen für den Export nach der Kapkolonie und Kühe zum Farmen. Ein Herero vom alten Schlage verkaufte womöglich überhaupt kein Muttervieh. Die Herero zur deutschen Zeit aber hatten durch den Handel bereits Bedürfnisse bekommen. Ursprünglich waren englische Händler zu ihnen gekommen. Das Blaubuch behauptet, diese seien von den Deutschen hinausgedrängt worden; das ist aber falsch dargestellt. Die deutsche Verwaltung erließ ein Verbot der Waffeneinfuhr zu den Herero. Darauf erklärten die englischen Händler, ohne Einfuhrerlaubnis für Gewehre und Patronen lohne der ganze Handel nicht und blieben fort. Manche Herero waren Christen geworden, und diese sowie diejenigen, die ihren Sitten nacheiferten, hatten das Bedürfnis nach Kleidung, Stiefeln, Hüten, Tüchern usw. Für diese neuen Bedürfnisse war die jüngere Generation geneigt, sich auch von dem geliebten Vieh zu trennen. Die älteren Leute widersprachen, aber ohne Erfolg. Der Händler, der mit Waren kam, fand vielfach guten Boden. Selten aber verstand sich der Herero zu sofortiger Zahlung. Die Folge war ein schädliches Kreditsystem. Wer über die Händlerfrage billig und gerecht urteilen will, der muß also bedenken, daß unter den Herero selbst eine verschiedene Meinung über die Sache bestand. Es ist richtig, daß die Händler Mißbräuche übten, und die deutsche Verwaltung hat sich alle Mühe gegeben, diese Mißbräuche abzustellen. Es wäre ihr auch gelungen, wenn nicht durch eine unglückliche Verkettung von Umständen, vor allen Dingen den Abzug der Schutztruppe nach Süden, ganz wie im Matabeleaufstand, die Herero ermutigt worden wären, den Aufstand zu wagen.
2. Die Niederwerfung der Eingeborenen-Aufstände.
Das Blaubuch widmet eine besonders ausführliche Behandlung den von ihm behaupteten Grausamkeiten der Deutschen im Kriege gegen die Herero und Hottentotten, 1904 bis 1906. Auch diese gemachte Entrüstung und die dazu vorgenommene Zusammentragung von wahllos und kritiklos aufgegriffenem Material hätten sich die Verfasser des Blaubuchs sparen können, wenn sie nachgefragt hätten, was in englischen Eingeborenenkriegen vorgekommen ist. Die Matabele sind mit der äußersten Härte verfolgt worden. Wir haben bereits gesehen, daß Höhlen, in die sie sich geflüchtet hatten, ohne Rücksicht darauf, daß Frauen und Kinder dabei waren, mit Dynamit gesprengt und mit Schwefel ausgeräuchert worden sind. Unmittelbar nach dem Aufstande der Matabele 1897 empörten sich auch die Betschuanen, die nördlich vom Oranjefluß wohnten. Der Grund war ein Gesetz der Regierung der Kapkolonie,