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Erster Abschnitt.
Die natürlichen Verhältnisse.
A. Die natürlichen Verhältnisse von Französisch-Äquatorial-Afrika.
Literatur:
Rouget, Expansion coloniale au Congo Fran5ais. Paris 1906.
Annuaire Coloniale. Paris 1910. S. 514—523.
Die Schilderung der natürlichen Verhältnisse von Neu-Kamerun § 1. wird leichter verständlich, wenn zunächst ein Blick auf die natürlichen Verhältnisse der französischen Kongo-Kolonie geworfen wird, zu der Neu-Kamerun bisher gehörte.
Die französische Kongo-Kolonie — seit 1910 amtlich Französisch- Äquatorial-Afrika genannt — liegt zwischen dem 5 0 südlicher und dem 15 0 nördlicher Breite und dem 9 0 und 27 0 östlicher Länge von Greenwich. Vor dem Gebietsaustausche auf Grund des deutsch-französischen Abkommens vom 4. November 1911 wurde ihr Flächeninhalt, je nachdem man ihre nördliche Ausdehnung annahm, auf 1776500 oder 1423400 qkm 1 ) angegeben. Sie zerfiel in zwei der Größe nach ungleiche Landmassen ; die kleinere südliche wurde begrenzt im Westen vom Atlantischen Ozean, im Norden von Spanisch-Guinea und Kamerun, im Süden und Osten von Portugiesisch-Kabinda und der belgischen Kongo-Kolonie; die größere nördliche wurde begrenzt im Westen bis zum Tschadsee hinauf von Kamerun, im Osten von der Kongo-Kolonie, im Nordosten vom ägyptischen Sudan. Im Norden schließt sich Französisch-Äquato-
*) Vgl. Afr. Fran?. Renseignements Coloniaux 1911, S. 274 und Rouget S. 639.
Die drei Kolonien Ubangi-Schari, Mittel-Kongo und Gabun hatten einen Flächeninhalt von 1 230 500 qkm.
Veröffentl. d. Reichskolonialamtes Nr. 4: Ritter. 1