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Tropenhygiene : mit spezieller Berücksichtigung der deutschen Kolonien ; ärztliche Ratschläge für Kolonialbeamte, Offiziere, Missionare, Expeditionsführer, Pflanzer u. Faktoristen ; 21 Vorträge / von Friedrich Plehn
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Zwanzigste Vorlesung.

Die Hygiene der Eingeborenen.

Vorkehr mit den Eingeborenen und Behandlung derselben. AVohmings- fiirsorge. Verpflegung. Wasserversorgung. Beseitigung der Fäkalien. Krankheiten der Eingeborenen: Lungen- und Dariuleiden; Beri-Beri; Unterschenkelgeselnvüre. Notwendigkeit amtlicher Aufsicht über die llau tagenbetriebe.

M. H.! Mit dem Fortschreiten der Kultur in unseren Kolonien, mit der wachsenden Bedeutung, welche die Plan­tagenarbeit, und neben dem Karawanenverkehr der Ausbau von Straßen und namentlich Bahnen für ihre Entwicklung gewinnt, wächst naturgemäß auch der Wert, den Leben und Gesundheit der Landeseinwohner für den Europäer besitzen. Stellt ihre Arbeitskraft in jenen Gegenden, deren Klima dem Europäer dauernde körperliche Leistungen jetzt und für alle Zukunft versagt, doch das einzige Mittel dar, den jungfräu­lichen Tropenboden für den gewinnbringenden Anbau der tropischen Kulturpflanzen auszunutzen, und werden wir doch sicher noch für lange Zeit auf die Dienste der Eingeborenen als Bootführer oder Lastträger im wesentlichen angewiesen sein, um die Produkte des Landes bis zum Ufer der schiff­baren Flüsse oder direkt zur Küste zu schaffen, während sie für den Straßen- und Bahnbau dauernd ganz allein in Betracht kommen. Für die Arbeiten auf den Stationen selbst, vom Militärdienst ganz zu schweigen, dürften uns in der Zukunft die Landeskinder der eigenen Kolonien auch bald allein zur Verfügung stehen, denn die gegenwärtig noch vielfach üblichen Werbungen fremder, dienstgewohnter Ele­mente, welche aus dem Gebiet anderer Staaten importiert werden, müssen in absehbarer Zeit vollkommen aufhören.

Die männliche Bevölkerung fast der gesamten deutschen Kolonien ist nun aber an Bodenbearbeitung und Lastentragen durchaus nicht gewöhnt, weil sie diese Beschäftigung ihren Frauen und allenfalls ihren Sklaven überläßt, während die Männer höchstens Jagd und Fischfang pflegen, Handel treiben oder sich süßem Nichtstun hingeben. Die Arbeit, der Frauen