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Neunzehnte Vorlesung.
Expeditionshygiene.
Anregender Einfluß des Expeditionslebens auf Körper und Geist. Einige Einzelheiten in der Ausrüstung. Apotheke. Impfung. Tageseinteilung auf Expedition Verhütung von Malaria- und Darmerkrankungen. Sonnenstich. Hitzschlag. Wasserdesinfektion. Notwendigkeit frühzeitiger Sorgfalt hei beginnenden Erkrankungen.
Im Gegensatz zu der abstumpfenden Einförmigkeit des tropischen Stationslebens, über das wir uns das letzte Mal unterhalten haben, meine Herren, bietet die Umgebung, in weicher Sie sich auf Expeditionen draußen bewegen, neben reichlicher Mühe, Anstrengung und ab und an auch Gefahr, eine solche Fülle von geistiger und körperlicher Abwechslung und Anregung, daß eine Art von Sehnsucht und Zurückverlangen danach Ihnen wohl bei fast jedem mit Energie und Unabhängigkeitsbedürfnis, sowie mit Sinn für den Verkehr und die fast ausschließliche Beschäftigung mit einer großartigen und fremdartigen Natur begabten Mann begegnen wird, der das einmal kennen zu lernen Gelegenheit gehabt hat. Dies für den, welcher sich vertraut und es liebt, sich auf unbetretenen Wegen selbst sein Ziel zu stecken, unersetzliches Gefühl der Freiheit und der Verantwortung allein vor sich selbst ist es vor allem, was so viele immer wieder in die wohlbekannten Gefahren des an den Genüssen der Zivilisation so armen Tropenlebens hinaustreibt, viel weniger die häufig kleinliche Missere der Lebensführung' in einem halbzivilisierten tropischen Küstenplatz. Der Tropenreisende, der fast nur ein mehr oder weniger modifiziertes Expeditionsleben kennen lernt, verwechselt leicht beide und ihm erscheint dann häufig das Tropenleben ganz allgemein in einem unverdient rosigen Licht.
Auf Expedition fallen denn auch eine Anzahl gesundheitlicher Gefahren fort, die gerade in der trostlosen Einförmigkeit des Stationslebens ihre letzte Ursache haben. Dafür kommen andere in Betracht und erfordern Berücksichtigung.
Über die Ausrüstung für Expeditionen in den Tropen ist im allgemeinen vom ärztlichen Gesichtspunkt aus dem