dürfen wir diese Hoffnung liegen, so wäre damit in der Tat das Ideal einer Malariabekämpfung, die künstliche Erzeugung einer Immunität im Prinzip gelungen. Aber verzeihen Sie den Blick in die Zukunft, und kehren Sie schnell mit uns in die Gegenwart zurück, welche sich vielleicht auf dem Wege zu diesem Ziel befindet, es aber noch nicht erreicht hat.
Denken Sie an das, was Sie hier hören, wenn Sie sich draußen unter Umständen, welche eine Malariainfektion nicht ausschließen lassen, an Ihre Prophylaxe begeben. Nachlässig, und unregelmäßig angewendet, ist sie ziemlich wertlos: wenn Sie bei solcher Art der Anwendung am Fieber erkranken, so machen Sie nicht der Methode Vorwürfe, sondern sich selbst.
Wir kennen übrigens das Tropenleben aus praktischer Erfahrung zu gut, um uns der Illusion hinzugeben, daß all die Ihnen genannten in der Theorie mehr oder weniger unanfechtbaren Vorbeugungsmittel in praxi irgendwo so strikt werden durchgeführt werden, daß Malariaerkrankungen nicht mehr Vorkommen. Vermindern läßt sich aber ihre Zahl erheblich, wenn Sie unseren Ratschlägen folgen, und vor allem die Zahl der schweren, auf häufiger Infektion beruhenden Malariafieber wird bis zur Bedeutungslosigkeit abnehmen. Immer aber werden noch Fälle genug übrigbleiben, um Ihnen Gelegenheit zur Befolgung der Grundsätze zu geben, nach denen wir bei doch erfolgtem Ausbruch der Krankheit vorzugehen haben, damit der Befallene baldmöglichst die Gesundheit wieder erhält. Davon das nächste Mal.
Siebente Vorlesung.
Verlauf und Behandlung der tropischen Malaria.
Verschiedene Fieberformen und ihr Verlauf. Thermometrie. Anfertigung von Temperaturkurven. Allgemeine Kranklieitserscheinungen. Darreichungszeit und Menge des Chinins und anderer Medikamente.
Meine Herren! Sie haben im Beginn unserer Besprechungen über die Malaria bereits ein paar Worte über deren gewöhnlichen Verlauf gehört. Sie haben gehört, daß die