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Tropenhygiene : mit spezieller Berücksichtigung der deutschen Kolonien ; ärztliche Ratschläge für Kolonialbeamte, Offiziere, Missionare, Expeditionsführer, Pflanzer u. Faktoristen ; 21 Vorträge / von Friedrich Plehn
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wo es selbst, den besten Mückenkennern nicht gelang, Ano­pheles in irgendwie in Betracht kommender Zahl aufzutinden. Eine solche Beobachtung wurde- z. B. im Sommer 1901 von Francesca und von Martirano in dem apulischen Städtchen Cetraro gemacht. Weiter gibt es in Italien und andern Orts Gegenden mit reichlichen Anopheles und hohen Sommertemperaturen, deren Bewohner als Landarbeiter in Malariagegenden die Keime der Krankheit alljährlich immer von neuem in ihre Heimat einschleppen, ohne daß doch an Ort und Stelle eine Neuerkrankung der Ortseingesessenen vorkommt. Endlich steht es fest, daß in Finnland und Rußland die ersten Frühjahrsfieber schon zur Zeit der Schnee­schmelze Vorkommen, wo an stechende Mücken noch gar nicht zu denken ist, und es sind dort sichere Ersterkrankungen selbst im tiefsten Winter beobachtet worden.

Diese Mitteilungen sollen Ihnen nur zeigen, meine Herren, daß die Erforschung der Malaria noch keineswegs als be­endet gelten kann, wie Sie vielleicht zuweilen hören werden, sondern daß noch wichtige Probleme zu lösen sind.

Wir haben uns vorläufig jedoch an die unzweifelhaft feststehende Tatsache der Übertragung durch gewisse Mücken­arten allein zu halten und diese in erster Linie zu berück­sichtigen, wenn es sich darum handelt, die Infektion zu verhüten.

Sechste Vorlesung.

Die Verhütung der Malariaerkraukung.

Bekämpfung der Malariaparasiten im Menschen. Vernichtung der Mücken und ihrer Larven. Schutzmaßregeln gegen Mückenstiche. Schutz durch Wohnung und Kleidung. Chininprophylaxe.

Sie können sich denken, meine Herren, wie die neue Erkenntnis, daß die Malaria durch den Stich gewisser Mücken­arten hervorgerufen werde, sofort Versuche veranlaßte, durch geeignete Maßregeln die Ansteckung zu verhüten. Dies Ziel kann auf verschiedene Weise angestrebt werden, und zwar einmal, indem man den Mücken den Ansteckungsstoff da­durch zu entziehen sucht, daß man zu der Zeit, wo eine