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Tropenhygiene : mit spezieller Berücksichtigung der deutschen Kolonien ; ärztliche Ratschläge für Kolonialbeamte, Offiziere, Missionare, Expeditionsführer, Pflanzer u. Faktoristen ; 21 Vorträge / von Friedrich Plehn
Entstehung
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mäßig angelegten Stationen im allgemeinen die größte Chance, der Ansteckung zu entgehen; am meisten gefährdend ist eine bis in die Dunkelheit ausgedehnte Tätigkeit in der Nähe von Eingeborenenhütten. Sie werden gehört haben, daß bei besonderen Gelegenheiten, welche ein zahlreiches Arbeiterpersonal zu Bahn-, Hafen- oder anderen größeren Bauten zusammenführen, wahre Epidemien von Malaria aus- gebrochen sind und furchtbare Verheerungen unter den europäischen wie unter den farbigen Werkleuten hervor­gerufen haben. Wir erinnern nur an die ungezählten Opfer, welche der Bau des Fort Willem I und des Hafens Tan Jang Priok bei Batavia, der Bau der Bahn von Colombo nach Candy imTodestal von Peradenya, die Kongobahn und viele andere Tropenbauten gekostet haben. Man hat auf Grund dieser Erfahrungen dem Boden und seiner Be­arbeitung eine ganz besondere Bedeutung für das Zustande­kommen der Malariainfektion zugesprochen und Erdarbeiter, Gärtner, Pflanzer und ähnliche Berufe als in besonderem Maße der Ansteckungsgefahr ausgesetzt erachtet. In welchem Sinne das zu verstehen ist, werden wir sehen, wenn wir auf die Ursache der Malariainfektion zu sprechen kommen.

Fünfte Vorlesung.

Die Erreger der Malaria und die Art ihrer Übertragung.

Frühere Ansichten über die Entstehung der Malaria. Entdeckung der Maiariajmrasiten durch Laveran.Die Moskitotheorie. Hypothesen von Manson und Koch. Die Entdeckung von Ross. Untersuchungen in Italien. Eigenschaften der Malariamücken.

Wir haben uns das letzte Mal über die Bedeutung der Malaria für den Menschen, ihre Verbreitung über die be­wohnte Erde, die Bedingungen für ihr Vorkommen und die Empfänglichkeit nach Rasse, Geschlecht und Beruf unter­halten, meine Herren, und kommen heute zur Ursache, welche die Krankheit hervorruft und zur Art, in welcher die An­steckung erfolgt. Über das Zustandekommen der Malaria­infektion war man bis vor etwa zwei Jahrzehnten noch völlig im unklaren. Man nahm, wie der Name es sagt, an, und