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Tropenhygiene : mit spezieller Berücksichtigung der deutschen Kolonien ; ärztliche Ratschläge für Kolonialbeamte, Offiziere, Missionare, Expeditionsführer, Pflanzer u. Faktoristen ; 21 Vorträge / von Friedrich Plehn
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Zweite Vorlesung.

Das Klima in (len tropischen Kolonien Deutschlands.

Klima von Kamerun, Togjo, Siuhvestnfrika, Deutscli-Ostafrika, Neuguinea, Marscliallinseln, Samoa, Marianen und Karolinen.

Meine Herren! Wir haben in unserer ersten Bespre­chung die klimatischen Einflüsse kennen gelernt, welche von Bedeutung für das Befinden des Menschen sind und die Eigenschaften kurz kervorgehoben, welche das Tropenklima im allgemeinen gegenüber dem der mittel- und nordeuro­päischen Breiten hat. Heute haben wir uns über die speziellen Eigentümlichkeiten zu unterhalten, welche den einzelnen Teilen des deutschen Kolonialbesitzes zukommen, soweit dieselben in den Tropen liegen. Es kann sich dabei an dieser Stelle natürlich nur um eine ganz allgemeine Übersicht über die gesundheitlich wichtigen Eigenschaften derselben handeln. AVer sich über einzelnes spezieller orientieren will, findet das Wissenswerte in der am Schluß zusammengestellten Fachliteratur. Wir werden bei den uns durch mehrjährige eigene Erfahrung genau bekannten Verhältnissen der Küsten­niederungen Ost- und AAestafrikas etwas länger verweilen; dieselben sind ja, jedes in seiner Art, typisch für äqua­toriale Tiefebenen überhaupt. Die für den Menschen be­langreichen Abweichungen, welche unsere anderen tropischen Kolonien, Togo und Südwestafrika, sowie Keu-Guinea und die Inselflur der Südsee bieten, werden alsdann mit kurzen Worten erläutert werden können. Es wird ganz nützlich sein, wenn wir gleich an dieser Stelle der Besprechung jeder einzelnen Kolonie einiges über ihre allgemeinen Gesundheits­verhältnisse beifügen.

Das Küstengebiet von Kamerun, etwa zwischen 2° und 5° N. gelegen, stellt den Typus eines westafrikanischen Tieflandes dar: ein welliges Gelände, das sich langsam an­steigend zum Fuß des in Terrassen schroff abfallenden Rand­gebirges des zentralafrikanischen Hochplateaus hinzieht und in seinem nördlichen Teil von einer Reihe vulkanischer Ge­birge überhöht wird. Dieselben erreichen im Mungo ma Loba des Kamerungebirges eine Höhe von über 4000 m und