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mich frei bewegen; das reichte aber kaum bis zu den Steinbrüchen am Abhange des Berges.
Unter diesen Umständen eine weitere Woche in Kapstadt zu bleiben, immer unter den Augen der Polizei sagte mir nicht zu. In Ceres hatte ich namentlich den einen Fundort bei Ezelfontein noch nicht genügend ausgebeutet; kugelige Knollen festeren Gesteins sind hier aus dem Schiefer ausgewittert, fast eine jede von ihnen enthält Teile großer Tri- lobiten in vorzüglicher Erhaltung, Muscheln oder Schnecken. Schnell entschloß ich mich noch einmal nach Ceres zu gehen und dort auf die „Gaika“ zu warten; mit einigem Zögern erteilte die Polizeibehörde auch hierzu die Erlaubnis. Das freundliche Verhalten der Bevölkerung von Ceres den Deutschen gegenüber, war die Ursache, daß immer mehr davon dorthin kamen. Noch immer war das Wetter kalt und regnerisch wie in den Wochen vorher. Die Pfirsichbäume hatten abgeblüht, dafür standen die Pflaumenbäume in üppigster weißer Blütenpracht.
Versuch mit der „Gaika“ heimzureisen.
Nur wenige Tage hielt ich es in Ceres aus, dann ging es zurück nach Kapstadt, um die „Gaika“ zu erwarten. Tagsüber weilte ich solange wie möglich im südafrikanischen Museum bei eifrigstem Studium der Karroo- saurier und -Fische. Am 10. wurde der Preisaufschlag bezahlt, um den die Fahrt auf der „Gaika“ teurer war, als auf der „Cluny Castle“. Die Fahrgäste trafen wieder ein, mit der Polizei und dem Amerikanischen Konsul wurde fast täglich verhandelt, das Gepäck wurde gepackt. Die „Gaika“ kam Sonnabend, den 11. September, konnte aber erst am 12. weiter gehen; einige Damen hatten das Gepäck bereits an Bord geschafft; das meinige war schon auf dem Hotelwagen untergebracht, die Rechnung bezahlt und ich im Begriffe nach dem Hafen zu fahren, da kam die Nachricht: die „Gaika“ nimmt Deutsche nicht mit. Die Mannschaft hätte schon auf der Fahrt von Durban bis Kapstadt gestreikt, die deutschen Fahrgäste, drei Pastoren, Damen und Kinder, im ganzen 17 Personen, waren von der Schiffsbemannung unglaublich behandelt worden; sie mußten das Schiff in Kapstadt verlassen, ihr Gepäck wurde ausgeladen, und uns wurde die Aufnahme verweigert. Die Kapzeitungen brachten am nächsten Tage die Nachricht davon und gaben die Weigerung der Mannschaft, deutsche Fahrgäste an Bord zu nehmen, als Grund an. Das war der vierte vergebliche Versuch von Kapstadt aus die Heimfahrt anzutreten.
Nun galt es alle Bemühungen noch einmal aufzunehmen! Mit englischen Dampfern schien die Fahrt unmöglich zu sein. Als einzige Hoffnung blieb der Portugiese, dessen monatliche Fahrten aber in letzter Zeit sehr unregelmäßig erfolgten. Der nächste Dampfer war die „Beira“ unseligen Angedenkens, das Schiff, das so stark rollte und dessen Kapitän uns bei der Verhaftung in Kapstadt seinen Schutz versagte. Mir war