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zeitung beteiligte sich eine Frau sehr häufig mit Zuschriften und selbstständigen Auseinandersetzungen, die zu den tollsten Hetzereien gehörten. Es war eine lohnende Aufgabe derartige Schmähartikel zu sammeln und manch ein Kampgenosse vertrieb sich die Zeit durch Einordnen von Zeitungsausschnitten, die bändeweise sich anhäuften.
Durch weitere Verbesserungen wurde das Leben in Lager IV noch erträglicher; selbst die Wachmannschaft ließ eine geflissentliche Höflichkeit erkennen, die in Lager III vermißt wurde. Unter den weniger ungleichartigen Bewohnern benachbarter Baracken stellte sich ein angenehmer Verkehrston ein und ein gesunder Humor kam oft genug zur Geltung. Heitere Bilder wie sie z. B. das morgendliche Kartoffelschälen bot, bei dem auch der Bezirksamtmann tätig war, verlockten Berufs- und Liebhaberphotographen zu emsiger Tätigkeit, ebenso wie auch das schöne Landschaftsbild jenseits des Stacheldrahtes. Und doch erfaßte mich nicht geringe Erregung, als ich eines Tages erfuhr, daß mein Freund Dr. Simon in Lager II, den ich schon vorher erwähnte, einen neuen Paß erhalten hatte; er war in derselben Lage wie ich, nach den Lusitaniakrawallen mußte auch er ein zweites Mal in das Lager zurückkehren, wo er ebenfalls zehn Wochen verblieb. Einen Tag nach ihm, am 27. Juli wurde ich aufgefordert mit meinen Papieren zur Untersuchung zum Zensor zu gehen, — das war das Zeichen, daß ich frei kam. Nach drei Stunden sollte mein Gepäck fertig sein; das besorgte der brave Heins. Dann gings ans Abschiednehmen. Die Aufträge, die ich für die Heimat mitnahm, wurden notiert; leider habe ich sie nicht ausrichten können, meine Papiere kamen mir abhanden. Zuletzt ging es so schnell, daß ich manchen nicht mehr sah, von dem ich mich gern verabschiedet hätte. Einige Hochs, das Tor schlug zu, ich war wieder frei. Meine Koffer wurden am Ausgange des Forts untersucht, ich muß gestehen, ganz glimpflich. Die Revisoren spielten scherzhaft auf meine Gesteinshandstücke an, man hatte mich also in der Stadt beim Sammeln beobachtet.
Abreise von Fort Napier.
Ich verdankte die Befreiung nur meinem Alter. Mein Reisebegleiter aus Ostafrika der Präparator Schwarze war 52 Jahre alt und nur aus diesem Grunde, so wurde ihm vom Kommandanten ausdrücklich versichert, könnte er nicht mit mir zusammen frei gelassen werden. Am Ausgange traf ich Dr. Simon, wir reisten zusammen. Auf dem Bahnhofe löste ein Sergeant die Fahrkarte zweiter Klasse nach Kapstadt; die Nachzahlung zur ersten Klasse mußten wir selbst leisten, ebenso mußten wir unser Gepäck bezahlen. In der Stadt nahm ich noch Abschied im Natalmuseum, ich überzeugte mich von der Unversehrtheit meiner drei Kisten mit Steinen und besuchte zum letzten Mal meine