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Während des Krieges in Deutsch-Ostafrika und Südafrika : meine Erlebnisse bei Ausbruch des Krieges in Deutsch-Ostafrika, im englischen Gefangenenlager in Südafrika und auf der Rückreise nach Europa ; mit 2 Karten und 9 Abbildungen / von Prof. Dr. G. Gürich, Direktor des Mineralogisch-Geologischen Instituts zu Hamburg
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eine Unsicherheit für mich nicht fürchte, erteilte man mir noch ein­mal den dringenden Rat sofort wieder in das Lager hinauf zu gehen. Da war nichts zu machen. Ich fuhr mit einer Rikscha nach dem Hotel zurück, ließ mein schon geordnetes Gepäck herunterholen, auf zwei weitere Rikschas laden, und nun zog diese kleine Karawane zurück nach dem Gefangenenlager. Diesmal war ich in ganz anderer Stimmung als das erste Mal. Ich betrachtete mich nur als Gast, der zur eigenen Sicherheit hinaufgekommen wäre und hoffte bestimmt auf eine baldige endgültige Regelung der Dinge; der von dem Minister des Innern der Südafrikanischen Union Unterzeichnete Paß für die Heimreise war ja in meinen Händen.

Wieder im Gefangenenlager.

Oben traf ich all die alten Freunde wieder an; es kam mir vor, als ob ich nur einen Tag draußen in der Freiheit gewesen wäre, so schnell waren mir die sieben Wochen vergangen. Als ich nach drei Tagen bei dem wachhabenden Offizier auf Entlassung drängte, hieß es, so schnell ginge es nicht; unser Fall, d. h. Schwarzes und der meinige sollten der Gegenstand telegraphischer Verhandlung mit England werden. Das sah wie eine Hinausschiebung der Entscheidung aus und doch klammerte ich mich an die Hoffnung einer baldigen Erledigung der Frage nach einigen Tagen. Ich mußte aber weiter warten, bis ich nach vierzehn Tagen hörte, daß die Unterhandlung mit England auf brieflichem Wege vor sich ging. Daraus wurde mir klar, daß es wieder eine ganze Reihe von Wochen dauern würde, und wirklich sind zehn Wochen vergangen, ehe ich freigelassen wurde.

Inzwischen fing das alte Leben im Gefangenenlager wieder an; ich kannte es noch, den Reiz der Neuheit hatte es für mich ver­loren. Auch schien mir die Stimmung im Lager selbst nicht mehr die Höhe zu haben wie früher; es bildeten sich Parteien, deren Gegensätze mir weniger sachlich erschienen, da sie mehr an den führenden Per­sönlichkeiten lagen. An Abwechselung fehlte es auch jetzt nicht, am 20. Mai wurden die kriegsgefangenen Südwester nach Kimberley ge­schafft. Es war ein Jammer, soviel Tatkraft zur Untätigkeit verur­teilt zu sehen, und doch freuten wir uns beim Anblick der strammen Kämpfer, die in selbstverständlicher tadelloser Ordnung und in ausge­zeichneter Haltung aus unserem Lager fortmarschierten. 127 Mann waren es, die uns verließen, aber die dadurch entstandenen Lücken sollten bald ausgefüllt werden durch neue Zuzüge. Die Aufregung, die durch die Krawalle hervorgerufen war, legte sich nicht so bald; man war im Lager selbst darauf gefaßt gewesen, daß die lärmende Rotte Fort Napier stürmen würde. Unsere Schutzwache hätte uns nicht viel genutzt, die Männlein da oben im Wachturme gehörten der Veteranen-