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lieh ab; der eine von zwei Askaris nahm uns in Empfang und geleitete uns bis zu einem Offiziersposten; er verlangte zwar, ich sollte meine Hängematte verlassen und den Weg zu Fuß gehen; als ich mich aber weigerte, gab er ohne weiteres nach. Eine Stunde harrte ich vor dem Gebäude, in dem‘der Offizier sich aufhielt, dann erhielten wir Erlaubnis zum Weitermarsch bis zur „Borna“.
Portugiesisch-Ostafrika.
Palma.
Hier trafen wir den Zivilgouverneur R e s t e 1 h o und den Militärkommandanten Congalves. Mit Hilfe des englischredenden Sekretärs konnten wir uns verständlich machen. Wir wurden durchaus liebenswürdig behandelt; der Kommandeur nahm die Elefantenhaare mit Dank, bedauerte aber das Fehlen der Goldfassung; er teilte uns mit, daß am nächsten Tage, am 12. November ein Regierungsdampfer käme. Obwohl dieser nur militärischen Zwecken diente, würde er an den Gouverneur nach Port-Amelia telegraphieren und anfragen, ob wir mitreisen dürften. In meiner ersten Freude wollte ich auf die Antwort warten. Schwarze marschierte einstweilen nach K i r o n d o zurück.
In Palma selbst war reges Leben, Askaris wurden einexerziert und weiße Soldaten schienen in großer Anzahl versammelt zu sein. Als es , Abend wurde, gab ich die Hoffnung für diesen Tag auf und trat ebenfalls den Rückmarsch an. Am Morgen hatten wir auf unserem Wege durch die Mangrowensümpfe zwischen Kirondo und Palma sehr zu leiden durch die unglaublichen Mengen von Mücken und Tsetsefliegen; jetzt am Abend war es besser. Die Venus leuchtete wundervoll, und über den Sümpfen glimmten tausende von lebhaft fliegenden Glühwürmchen auf. Sorglos überließ ich mich meinen Trägern, die mich sicher durch Sümpfe und Lachen trugen. In dunkler Nacht wurde die Mahlzeit auf deutschem Boden genossen. Am nächsten Tage wurde der Dampfer erwartet; ich wollte keine Zeit versäumen und möglichst früh dort eintreffen. Ich weckte die ganze Gesellschaft um 3 Uhr und fort ging es unbehelligt durch die Posten in die hereinbrechende Dämmerung mit wundervollen Färbungen der Wolken im Osten über dem Meere. Als sich aber dann in Palma weder ein Dampfer zeigte, noch ein Telegramm einlief, suchte ich mir einen etwas erhöhten Platz unter Mangobäumen aus, wo der Wind vom Meere Zugang hatte und die Luft nicht so erstickend heiß war. Die Zelte wurden aufgeschlagen, die Träger aus Kionga entlassen. Endlich am Nachmittag wurde ich zum Kommandanten gerufen, die Antwort war gekommen; es wurde uns gestattet, mit dem Dampfer „L u a b o“ südwärts bis I b o , dem nächsten