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Während des Krieges in Deutsch-Ostafrika und Südafrika : meine Erlebnisse bei Ausbruch des Krieges in Deutsch-Ostafrika, im englischen Gefangenenlager in Südafrika und auf der Rückreise nach Europa ; mit 2 Karten und 9 Abbildungen / von Prof. Dr. G. Gürich, Direktor des Mineralogisch-Geologischen Instituts zu Hamburg
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Kionga.

Die D. 0. A. G. hat hier einen Posten eingerichtet, der damals von Herrn Beselin verwaltet wurde. Ein Steuerposten steht in dem inneren Zipfel der von Mangrowen umsäumten Bucht auf einem etwas hervortretenden Punkte; die deutsche Flagge weht dort unter einigen schlanken hochragenden Kokospalmen. Mango und andere laub­reiche Bäume bilden den Hintergrund, aus dem die Hütten des Dorfes hervorragen.

Schwarze fuhr mit Beselin auf einem Segelboote in den inne­ren Winkel der Hauptbncht hinein, hier im Brackwasser «des Mündungs­gebietes zwischen den Mangrowedickichten soll eine besondere Rasse des Flußpferdes Vorkommen. Ich ging nicht mit, ich saß an meinem Tische vor dem Zelte, um Notizen einzutragen und nachzudenken. Mein letzter Brief aus der Heimat stammte vom 29 . Juni; ein Telegramm vom 20. Juli hatte mich in Tanga, erreicht. Die Telegraphenleitung endet in Mikindani, von dort wurden uns die Nachrichten mit Boten nachge­schickt; in Palma jenseits der Grenze ist das andere Ende des Drahtes; wir waren nicht sicher, ob unsere Nachbarn die Telegramme, die sie sich bezahlen ließen, auch wirklich Weitergaben. Es war versucht worden eine Dhau aus dem Süden nach Palma zu bestellen, die uns weiter bringen sollte; irgendwo hofften wir einen Küstendampfer zu er­reichen, der uns bis zu dem Ausgangspunkte des Europadampfers beför­dern könnte. Einstweilen hieß es wieder einmal: Abwarten! Das ist das Schlimmste, dann wird man sich so recht der bedrückenden Schwierig­keiten der Lage bewußt; auf dem Wege helfen einem die vielerlei kleinen Sorgen des täglichen Lebens in ihrem überraschenden Wechsel darüber hinweg. Während ich in Gedanken dasaß, erhob sich ein leich­ter Wind und es begann ein eigenartiges Rauschen über mir, es waren dürre Wedel der Kokospalmen, die sich loslösten, von Blatt zu Blatt glitten und zu Boden stürzten, nicht ohne Gefahr für Zelt und Umge­bung; schleunigst wurde ein Kundiger hinaufgeschickt, der in geeig­neter Weise die übrigen locker gewordenen Wedel zum Fallen brachte. Inzwischen waren die Jäger heimgekehrt, die Jagd war ergebnislos ver­laufen. Eine genaue Beschreibung der Flußpferdrasse konnten wir nicht erfahren; so klein wie das liberische Zwergflußpferd schien es nicht zu sein.,

Die nächsten Tage brachten neue Aufregungen; der Telegraphen­bote, der nach Palma geschickt worden war, kam ohne Antwort, ohne Auskunft, aber auch ohne Geld verspätet zurück. Wie weit die Portu­giesen hierbei Schuld hatten, konnte ich nicht übersehen; die erwartete Dhau war dort nicht angelangt. Am 4. November erhielten wir die Nach­richt, daß zehn englische Transportdampfer vor Tanga wären, am 5. hieß es: die Engländer sind bei Tanga gelandet, es ist zum Kampfe