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Während des Krieges in Deutsch-Ostafrika und Südafrika : meine Erlebnisse bei Ausbruch des Krieges in Deutsch-Ostafrika, im englischen Gefangenenlager in Südafrika und auf der Rückreise nach Europa ; mit 2 Karten und 9 Abbildungen / von Prof. Dr. G. Gürich, Direktor des Mineralogisch-Geologischen Instituts zu Hamburg
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Deutsch-Ostafrika.

Ankunft.

Gegen Abend verließen wir Mombassa und am nächsten Morgen schon (19. Juli) liefen wir in den Hafen von Tanga, dem eigentlichen Ziele meiner Seereise ein. Hier fiel mir zunächst die im Bereiche der Flut sich flach ausbreitende mit grünen Mangrowen bestandene tiefste Stufe auf, hinter der sich eine höhere Stufe, gebildet aus dem schon erwähnten quartären Kalke und bestanden mit Kokospalmen und Mango­bäumen erhebt. Endlich können wir die einzelnen Häuser des Ortes erkennen; auch hier reges Leben; im Hafen lagen dieRhenania und einige kleinere Kriegsschiffe, darunter dieMöwe. Am Strande sah ich hier zum ersten Male die Fischerboote der Eingeborenen: Einbäume mit Auslegern.

Ich hatte mich entschlossen noch nicht hier auszusteigen, sondern zuerst nach Daressalam zu fahren, um mir dort von der Regierung die Erlaubnis für mein Vorhaben zu erwirken. DerKronprinz brachte mich über Sansibar nach Daressalam und auf demselben Wege wieder nach Tanga zurück. Nur soviel Zeit wie Kapitän Greiwe zum Ent­laden und Laden brauchte, stand mir also für Sansibar und Daressalam zur Verfügung. Sehr ansprechend erschien mir Sansibar; die Leb­haftigkeit des Eingeborenenverkehres kam mir größer vor, als an den Hafenplätzen der Küste. Die Araberhäuser selbst sahen sauberer, ge­pflegter aus als in Mombassa; besonders zogen auf den engen Straßen die schönen Türeingänge mit reichen Schnitzereien, arabischen In­schriften und hohen Messingbuckeln meine Aufmerksamkeit auf sich. Das Leben in der Stadt machte einen feierlichen Eindruck; es war ein reger Verkehr von Zweirädern und Autos; Inder, Araber und Neger strömten in Gruppen auf den Straßen hin und her; die festliche Erregung galt der Anwesenheit Agar Khans, des Oberhauptes der indischen Mohammedaner.

Ueberrascht hat es mich bei einem kurzen Spaziergange aus der Stadt hinaus stattliche Klubhäuser, schöne Spielplätze und einladende Promenadenwege am Strande anzutreffen. Nicht minder auffällig er­schien mir im Gegensatz zu den Erfahrungen von meinen früheren Reisen her die rege Beteiligung farbiger Knaben und Burschen bei ihren Fuß­ball- und anderen Spielen.

Am 20. Juli legten wir des Morgens in Daressalam an für zwei Tage. Ich war sehr mit meinen Angelegenheiten beschäftigt; später im September stand mir mehr Zeit dazu zur Verfügung den Ort und seine Umgebung kennen zu lernen. Zunächst empfing ich schon bei meiner ersten Anwesenheit den denkbar angenehmsten Eindruck von diesem Haupt­eingangshafen unserer Kolonie. Unsere Landsleute da draußen haben es