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Während des Krieges in Deutsch-Ostafrika und Südafrika : meine Erlebnisse bei Ausbruch des Krieges in Deutsch-Ostafrika, im englischen Gefangenenlager in Südafrika und auf der Rückreise nach Europa ; mit 2 Karten und 9 Abbildungen / von Prof. Dr. G. Gürich, Direktor des Mineralogisch-Geologischen Instituts zu Hamburg
Entstehung
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Hübner nach Morogoro ziehen wollte. Schon am 29. hatten wir einen Regenguß zu überstehen, am 30. aber marschierten wir vier Stunden in stärkstem Gusse; meine Hängematte konnte ich deswegen nicht benutzen und ich mußte den ganzen Weg zu Fuß marschieren; es ist mir aus­gezeichnet bekommen.

Mikindani.

Mikindani, unser Ziel vom 30. September ist einer der schönsten Orte unseres Küstengebietes; Berge streichen bis zur Meeresbucht aus und die vollbelaubten Bäume scheinen üppiger ge­wachsen, bieten frischeres Grün, als ich es auf dem Wege bis hierher gesehen hatte; die Regenzeit machte sich hier schon bemerkbar.

Einen großen Vorzug besitzt Mikindani ; der Ort hat reiche Quellen mit gutem Wasser, das am Fuße der Berge heraustritt. Es wird gefaßt und eine Leitung führt es in den Ort hinein. Noch vor kurzem lag hier eine ganze Kompagnie deutscher Truppen; sie sind nun abgerückt, aber die vorhandenen Vorräte sind während der Besetzung bedenklich geschwunden. Von den deutschen Bewohnern sind nur noch drei zurückgeblieben: der Vertreter der D. 0. A. G., ein Beamter für Post und Steuer und der Verwalter der Bezirksamtsnebenstelle, Sekre­tär Wacht. Die Borna liegt oben auf einer Höhe nahe am Strande und macht einen sehr stattlichen Eindruck.

Hier auf dem Grenzposten gegen portugiesisches Gebiet ist ganz besondere Aufmerksamkeit vonnöten. Mit dem Kommandanten von Palma waren alle möglichen Verhandlungen bis kurz vorher gepflogen worden, aber die Aussichten für unsere Weiterreise wurden nicht als günstig angesehen. Die Beziehungen zu Portugal hätten sich nicht gebes­sert, hieß es; wir müßten auf Schwierigkeiten, vielleicht auf Zurück­weisung gefaßt sein. Im Hintergründe drohte immer die Möglichkeit einer weiteren Verschärfung wegen der Ereignisse an der Nyassa- grenze und in Angola. Herr Wacht aber war bereit, nach Kräften behilflich zu sein. So übergab er mir ein Bündel Haare vom Schwänze eines Elefanten, die er dem Militärgouverneur von Palma seinerzeit ver­sprochen hatte; sie werden in Gold gefaßt häufig zu Armbändern ver­wendet; ich sollte das Geschenk überbringen. In den Spei­chern der U s a g a r a (Bankabteilung der D. 0. A. G.) be­trachtete ich mit besonderer Aufmerksamkeit die Vorräte von Kopal, die Herr Wachsmuth aufgesammelt hatte. In der Borna waren uns Gastzimmer eingeräumt worden; in der Nacht hörte ich von Ferne das gleichmäßige Rauschen der Brandung, aber auch das Brüllen eines Löwen, der in unmittelbarer Nachbarschaft des Ortes durch die Büsche über die Hügel strich. Viel lauter und näher vernahm ich