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Mtschinga und rasteten an der Südseite der Bucht; hier ragen die jungen Strandkalke, von der Brandung benagt, etwas höher heraus; eine obere feste Bank bildet das Dach einer mehrere Meter über der Hochwasserlinie liegenden Höhle. Abgerollte Blöcke dieser festeren Bank finden sich zerstreut am Strande und fallen auf durch die abenteuerlichen Formen ihrer von Verwitterung und Abspülung bearbeiteten Oberfläche.
Am nächsten Morgen, dem 27. Oktober, nach zweistündigem Marsche über Gelände der 50 m-Stufe stiegen wir zur Höhe der Sisalpflanzung Kikwetu an. Die Besichtigung der sehenswerten Anlagen wurde gestört durch die Ankunft einer Kompagnie unserer neugebildeten Kolonialtruppe, die unter Führung von Leutnant Röderer nach dem Norden zog; begleitet von geringem schwarzem Troß, machten die braven Verteidiger unserer Kolonie nach schwerem Marsche eine kurze Rast vor der Duka des indischen Händlers; ein schneller Trunk, dann Führung durch die Fabrik und Weitermarsch. Wir hielten uns nicht länger auf und zogen von der Höhe der Pflanzung den steinigen Abhang nach dem Tale des Mbanya hinunter, überquerten die Mangrowen- niederung kurz oberhalb der Mündung; ich betrachtete nur kurze Zeit die konglomeratischen Kalksteinbänke mit merkwürdigen Ausspülungsformen und Strandstrudelmühlen und bald darauf erreichten wir um Mittag L i n d i, die Hauptstadt des Südens unserer Kolonie.
Lindi.
(Abbildung 4.) Lindi ist so übel nicht; infolge seiner Lage an einer weiten, von Kokoswäldern und Felsenrändern umschlossenen Bucht, macht es einen guten Eindruck. Zuerst versuchten wir in dem einzigen „Hotel“ des Ortes unterzukommen. Es war zum Teil durch einige Herren vom Militär besetzt; außerdem war eine Anzahl männlicher und weiblicher Mitglieder einer englischen Mission hier zwangsweise untergebracht. Wichtig für unsere Weiterreise war das Beispiel von Herrn Oberstleutnant Hübner. Er war bei Ausbruch des Krieges auf einem deutschen Schiffe, ging in einem Hafen von Portugiesisch-Ostafrika an Land und gelangte schließlich mit einer Dhau des deutschen Konsulatsverwesers Stuhldreier bei günstigem Monsum in kurzer Zeit von Ibo bis Lindi. Später zog er nach Morogoro, um sich dem Gouverneur zur Verfügung zu stellen. Nach meiner letzten Nachricht, Anfang November, wurde er eingestellt. Auch traf ich hier wieder Stabsarzt Mohn, der mit dem „Kronprinz“ die Heimreise hatte antreten wollen; auch er war aus Portugiesich-Ostafrika nach Norden zurückgekommen.
Lindi selbst kam mir sehr heiß vor, und wir zogen deswegen gern an den Strand, wo wir unsere Zelte im Bereich der erfrischenden