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Während des Krieges in Deutsch-Ostafrika und Südafrika : meine Erlebnisse bei Ausbruch des Krieges in Deutsch-Ostafrika, im englischen Gefangenenlager in Südafrika und auf der Rückreise nach Europa ; mit 2 Karten und 9 Abbildungen / von Prof. Dr. G. Gürich, Direktor des Mineralogisch-Geologischen Instituts zu Hamburg
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tung des Betriebes eigenhändig verrichten. Hier empfanden wir das erste Mal wesentliche Schwierigkeiten in der Verpflegung der Träger; statt der verabredeten 15 Heller mußte der Mann der hohen Reispreise wegen 35 Heller Zehrgeld erhalten; der Sicherheit wegen kaufte ich Reis im ganzen ein, um durch einige Tage den Trägern dieses wichtigste Nah­rungsmittel zuzuteilen. Der Pflanzungsleiter Schimmelmüller hatte in den letzten Tagen wiederholt englische Kriegsschiffe vor der Bucht vorüberfahren sehen. Am nächsten Tage marschierten wir etwas weiter in das Land hinein und hielten Mittagsrast auf der Pflanzung Ki- k a n d a, deren Maschinist Hoppe bereitwilligst dje durchlöcher­ten Schläuche unserer Einradwagen flicken half. Herr G r ö n e lieh mir in uneigennützigster Weise eine Karte vom südlichsten Teil der Küste, die mir außerordentlich zustatten kam; weder in Tanga noch in Dar­essalam war mir für meine Reise nach dem Süden irgend welches Kartenmaterial verkauft worden. Ohne wesentliche Aenderung des Landschaftsbildes bald über Schwarzerde, bald über Roterde oder über gelben Sand führte uns der Weg am 19. und 20. Oktober südwärts, bis ich kurz vor dem Abstiege nach Kilwa das erste Mal anstehendes Ge­stein in Form von plattigen Kalksandsteinen mit einigen organischen Resten antraf. Der letzte Teil des Marsches war uns schwer geworden, unsere Radschläuche hatten endgültig alle Luft verloren und wir muß­ten den größten Teil des Weges durch recht schweren Sand in der unangenehmsten Mittagswärme marschieren. Dann ging es bei stei­gender Flut durch Mangrowensümpfe, die wir glücklicherweise recht­zeitig überqueren konnten; von dem festeren Ufer des Mat an du aus ließen wir uns mit Ruderbooten bei unverhältnismäßig stark eintretender Flut unter einigen Schwierigkeiten übersetzen. Von hier aus sahen wir in der Ferne den Rauch eines Dampfers auf dem Meere: ein englisches Kriegsschiff!

Kilwa,

Kilwa, eigentlich Kilwa-Kiwindye, erreichten wir um 2 Uhr. Hier konnten wir wieder in einemHotel wohnen und des Abends mit den wenigen Beamten, die noch nicht ausgehoben waren, auf dem Vorbau des Hotels einen Abendschoppen trinken. Im Bezirksamte wurde ich von Herrn Eggebrecht freundlich aufgenom­men und in den Unterhandlungen mit den Trägern, in der Beschaffung von Lebensmitteln bereitwilligst unterstützt; über Portugal erhielt ich wieder beunruhigende Angaben. Der Agent der deutschen Ost-Afrika Linie aus B e i r a war mit seiner Frau bis Kilwa gekommen und erwar­tete hier seine weitere Verwendung im Heeresdienste; er konnte mir genauere Auskunft über die Verhältnisse im Süden des Rowuma ertei­len. In Kilwa erhielt ich wieder Reutertelegramme und zum ersten

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